Der heftige High-Speed-Unfall von Ralf Schumacher sorgte heute Morgen für zwei Schlüsselentscheidungen: Ralf Schumacher zog seine Teilnahme nach seinem zweiten harten Indy-Crash innerhalb eines Jahres zurück und wird durch Testfahrer Ricardo Zonta ersetzt und die Michelin-Teams schonten ihre Reifen, indem sie nicht durch die Steilkuve fuhren und stattdessen die Boxengasse nutzten!
Die Reifen. War bislang in diesem Jahr Bridgestone der Prügelknabe der Medien, so muss sich diesmal Michelin jede Menge Kritik anhören. Aufgrund eines Sicherheitsrisikos in der berüchtigten Indy-Steilkurve fuhren die Michelin-Piloten heute Morgen im 3. Freien Training auf Anweisung der Franzosen keine gezeitete Runde. Und so lange Michelin die Probleme vom Vortag nicht ermitteln konnte, wird dies auch im 4. Training so bleiben. Für das Rennen möchte Michelin den anderen Teams und der FIA vorschlagen neue Reifen aus Clermont-Ferrand einzufliegen, was heute Nachmittag sicherlich noch für jede Menge Diskussionsstoff sorgen wird.
Der Rundengeiz. Eine ganz neue Form des Rundengeizes brachte das Michelin-Reifenproblem mit sich: Nur die Bridgestone-Piloten spulten ungeachtet der französischen Probleme ihre Runden ab, während die Michelin-Piloten ihre Autos entweder ganz in den Boxen stehen ließen oder die Steilkurve ausließen und nur durch die Boxengasse fuhren.
Der Die Zwischenfälle. Da bis auf David Coulthard und Juan Pablo Montoya keiner der Michelin-Piloten eine volle Runde fuhr, hielten sich die Zwischenfälle erwartungsgemäß stark in Grenzen. Dennoch schaffte es der Schotte einmal durch das Kiesbett zu rodeln.
Die Motoren. Im Gegensatz zu den bisherigen Rennen standen die Motoren heute nicht im Mittelpunkt. Besondere technische Probleme sind von keinem der Fahrer bekannt.
Die Platzierungen. Nur acht Piloten, darunter sechs Bridgestone-Fahrer, erzielten im dritten Training eine Rundenzeit. Die schnellste legte dabei Juan Pablo Montoya auf den Indy-Asphalt. Dahinter reihten sich die beiden Ferrari von Schumacher und Barrichello vor Coulthard, Monteiro, Karthikeyan, Friesacher und Albers ein.
Die Analyse. Während Aussagen über das Kräfteverhältnis nach diesem Training nicht möglich sind und höchstens darauf hingewiesen werden kann, dass Rubens Barrichello - wie aus der Indy-Vergangenheit gewohnt - ähnlich schnell wie sein deutscher Teampartner ist, besteht für den Rest des Wochenendes natürlich die bange Reifenfrage: Halten die Michelin-Pneus respektive dürfen diese überhaupt eingesetzt werden? Ex-Champion Jackie Stewart geht davon aus, dass eine Erhöhung des Reifendrucks das Problem beseitigen könnte. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, dann wäre dies sicherlich die elegantere Lösung als Bridgestone und Ferrari um eine Regelausnahme zu bitten.



diese Formel 1 Nachricht