Es scheint beinahe schon Tradition, dass am Freitag mindestens einer der Silberpfeilpiloten die Zeitentabelle anführt. Während dies in Indianapolis allerdings einmal nicht einer der beiden Testfahrer, sondern Juan Pablo Montoya war, überraschten auch die im Freien Training ansonsten eher zurückhaltenden Renault in der ersten Trainingssession mit guten Zeiten.
Nach der zweiten Trainingsstunde normalisierte sich das Bild allerdings schnell wieder: Renault fand sich im vorderen Mittelfeld wieder und die beiden McLaren-Stammpiloten führten die Zeitenliste an. Für Renault-Motorenchef Denis Chevrier stellt dies allerdings keinen Grund zur Beunruhigung dar.
"Wie immer, lässt die Zeitentabellen nur wenige Rückschlüsse auf die wahren Kräfteverhältnisse zu", betont der Franzose, dessen Ingenieurskollege Pat Symonds weitere Details enthüllt: "Wir fuhren heute mit verhältnismäßig viel Treibstoff an Bord, um möglichst realistische Rennbedingungen zu simulieren."
Der Ice Man möchte für Spannung sorgen
Entsprechend waren die Gelb-Blauen höchstwahrscheinlich mit mehr Sprit im Tank unterwegs als die Bestzeiten erzielenden Silberpfeil-Piloten. Nichtsdestotrotz empfindet Kimi Räikkönen den silbernen Start ins Indy-Wochenende, für welches er ohnehin angekündigt hatte, dass die Strecke seinem Auto "besser liegen" würde, als "gut". "Aber es war erst der erste Tag. Wir müssen noch abwarten. Es sieht für uns derzeit recht gut aus und hoffentlich sind wir auch morgen dort oben."
Allerdings lief beim Finnen noch nicht alles nach Plan. "Ich hatte ein kleines Problem am Auto", gestand er ein. "Die Kupplung funktionierte nicht, aber ansonsten war alles in Ordnung." Die Zielsetzung für den Rest des Wochenendes sieht also genauso aus wie jene für den Rest der Saison: "Wir sollten in einer starken Position sein und können den Meisterschaftskampf hoffentlich noch spannender machen."
Holpriger Start für den Spitzenreiter
Besonders spannend ist dabei, dass sich der WM-Leader Fernando Alonso über diverse Setup-Probleme beklagte, welche ihm aber für das Qualifying "keinerlei Sorgen" bereiten. "Wenn sich das Auto so anfühlt wie heute, kannst du kein Vertrauen aufbauen und entsprechend keine gleichmäßig guten Runden fahren", erklärt er. Dennoch glaubt er im freien Samstagstraining noch genügend Zeit zur Feinabstimmung seines R25 zu haben. "Ich bin mir sicher, dass wir uns morgen deutlich konkurrenzfähiger präsentieren."

Aus diesem Grund bereitet ihm auch sein früher Startplatz im Einzel-Qualifying keine allzu großen Sorgen mehr. "Ich werde die ganze Sache wie immer angehen", kündigt er an. "Zum ersten Mal in dieser Saison muss ich so früh raus im Qualifying. Ich glaube aber nicht, dass ich einen großen Nachteil haben werde."
Viel mehr Sorgen bereitet dem Spanier derweil die starke Konkurrenz, welche es ihm derzeit unmöglich macht ein klares Kräfteverhältnis für den Sonntag vorherzusagen. "Wenn wir morgen früh an die Strecke kommen, kann niemand sagen, wer im Endeffekt die Pole Position erobern wird", gesteht Fernando offen ein. "An der Spitze des Feldes sind die Favoritenrollen derzeit nicht eindeutig verteilt. Das gilt auch für den Grand Prix der USA. Ich würde trotzdem sagen, dass der Sieger des Rennens am Sonntag einen McLaren-, Ferrari- oder Renault-Overall trägt."
Vorzugsweise würde Alonso natürlich gerne selbst derjenige sein, der in einem Renault-Overall auf dem obersten Podest steht. "Ich bin trotzdem sehr optimistisch", prophezeit er, der er auch mit einem der anderen beiden Podestränge zufrieden wäre. "Ich habe gestern gesagt, dass ich einen Podestplatz anpeile. Die Ergebnisse von heute lassen mich meine Meinung nicht ändern..."



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