Formel 1 / Historisches

Jochen Rindt - Eine Legende lebt

Er ist der einzige pusthume Formel 1 Weltmeister. Er ist eine Legende, die leider viel zu früh von uns ging: Der Österreicher Jochen Rindt.
von Tom Distler

Motorsport-Magazin.com - Der König des Heldenzeitalters erblickt am 18. April 1942 in Mainz das Licht der Welt, verliert bereits mit 15 Monaten seine Eltern bei einem Bombenangriff auf Hamburg und wird zur Vollwaise.

1967 heiratete Jochen seine Frau Nina. - Foto: Sutton

Aufgewachsen bei den Großeltern in Graz und ausgestattet mit den Erbe seiner Eltern, u.a. einer Pfeffermühle, kann er sich schon früh Autos selber kaufen und einige Rennen gegen seinen Spezl Helmut Marko bestreiten.

Bis 1964 fährt er fast 50 Rennen im Jahr, über Bergrennen, Rally, Tourenwagen und Formel Junior siegt sich Jochen mit teilweise unterlegenen Autos hoch in die Formel 2. Seine Sternstunde schlägt 1964 im Formel 2 - Rennen von Crystal Palace, als er Formel 1 - Weltmeister Graham Hill besiegt. 28 weitere Siege folgen in dieser Klasse, bis heute ein einmaliger Rekord!

Eine einzigartige Aufholjagt auf NART-Ferrari mit Masten Gregory von Platz 18 aus, bedeutet den Sieg bei den 24 Stunden 1965 in Le Mans und ein Platz in der 1.Liga des Motorsports.

4 Punkte beim Formel 1-Debüt-Jahr im schwerfälligen und veralterten Cooper bedeutet den 13. WM-Rang. Ein Jahr darauf führt Jochen in Spa, wird aber Zweiter wie in Watkins Glen und holt sich mit 24 Punkten einen herausragenden dritten Platz in der Fahrer-WM.

1967 heiratet Jochen in Helsinki das finnische Fotomodel Nina, zieht später von Paris an den Genfer See. Sportlich gehts nach einer durchwachsenen Saison mit vielen Defekten (nur 6 Punkte) wieder bergab und zu Brabham.

Das Pech bleibt ihm treu und nach WM - Rang 12 mit 8 Punkten wechselt Rindt zu C. Chapman ins Lotus-Team. Von Nina bekommt er eine Tochter Natascha, seine eröffnete Rennshow in Essen wird zur Jochen Rindt-Show unbenannt und zwei Ausflüge zum 500 Meilen Rennen von Indianapolis enden nach guten Startplätzen mit Ausfällen. Nach einem schweren Unfall in Barcelona (Flügelbruch) wächst das Misstrauen zum Lotus. Dennoch erzielt er darauf in Watkins Glen einen überlegenen ersten GP-Sieg und wird mit 22 Punkten guter Vierter der WM.

Das Grab des einzigen posthumen F1-Weltmeisters. - Foto: Sutton

1970 sollte sein Jahr werden, es begann mit seinen grössten Sieg in Monaco, als er den führenden Brabham in der letzten Runde in einen Fehler hetzt und gewinnt. Beim GP-Sieg in Zandvoort verliert er seinen besten Rennfahrerfreund Piers Courage, anschliessende Siege in Frankreich, England und Deutschland lassen selbst Jochen an den Titel glauben.

Der erste GP auf dem neuen Österreichring ist gleichzeitig Rindts Letzter (Nr. 60), nach seiner 10 Pole kommt er nur 22 Runden weit.

Monza, 5 September 1970. Um 15 Uhr folgte Jochens letzter Auftritt, in der Gegengerade, zur ersten Kurve bei etwa 290 km/h bremst er, sein Lotus 72 bricht im Winkel von 90 Grad aus und bohrt sich in die Leitplanken. Ursache ist eine gebrochene Bremswelle. Jochen fällt in ein Koma, verstirbt einige Minuten später auf den Weg ins Krankenhaus und wird in Graz beerdigt und wird zum ersten posthumen Weltmeister.

Er hatte ein kurzes Leben, genoß es aber intensiv und erfüllte sich einen großen Traum: ein Rennfahrer zu sein!


Formel 1 Tickets
Wir suchen Mitarbeiter
Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video