Formel 1

Formel 1 Mexiko 2017: Sebastian Vettels Feuerlöscher geht los

Schrecksekunde für Sebastian Vettel im Training zum Mexiko GP 2017: In seinem Ferrari-Boliden ging plötzlich der Feuerlöscher los. Wie kann es dazu kommen?
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel verlor im 2. Freien Training zum Großen Preis von Mexiko 2017 wertvolle Streckenzeit. Grund dafür war ein Defekt am Feuerlöscher, weshalb der Ferrari-Star seinen Formel-1-Boliden zur Reparatur zurück an die Box schleppen musste.

In seiner fünften Runde beschwerte sich Vettel über Ungereimtheiten in seinem Cockpit. "Zunächst hat es gebrannt", so Vettel später. Seine erste Analyse aus dem Auto lautete deshalb, dass eine Säure ausgelaufen sein muss. "Im Nachhinein war es dann einfach nur kalt", schildert der viermalige Formel-1-Weltmeister.

Vettel hatte die Ursache dann im Cockpit schnell ausgemacht. "Es sieht so aus, als wäre der Feuerlöscher losgegangen", funkte er. Seine Einschätzung stellte sich schnell als richtig heraus. Vettel fuhr langsam zurück an die Box, versuchte der Konkurrenz nicht im Wege zu stehen.

Vettel verliert einen Run wegen Feuerlöscher-Problem in Mexiko

Beim Aussteigen aus seinem Formel-1-Boliden konnte man - trotz Ferraris Bemühungen, so viel wie möglich zu verdecken - einen großen weißen Fleck an Vettels Overall am Hintern entdecken. Fast so schnell wie der Overall-Wechsel ging die Reparatur von statten.

Nach 16:38 Minuten konnte Vettel wieder auf die Strecke gehen. "Es war ein weiterer Freitag, der nicht hundertprozentig lief", resümierte Vettel in Mexiko. "Wir haben Zeit verloren, konnten uns aber davon erholen. Das Auto ist generell schnell hier, wir müssen nur noch ein bisschen arbeiten, um die richtige Balance zu finden." Vettel beendete das 2. Freie Training auf Rang vier vor Teamkollege Kimi Räikkönen, hatte aber nur 0,250 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Daniel Ricciardo.

Kein Mexiko-Problem: Feuerlöscher steht nicht unter Druck

Doch warum löste der Feuerlöscher plötzlich aus? Am Druck jedenfalls hat es nicht gelegen. Im vergangenen Jahr sorgte Renault mit einem spektakulären Boxenfeuer für Aufsehen, als man ein spezielles Benzinsystem für Mexiko testete. Die Höhenlage auf über 2.000 Meter über dem Meeresspiegel macht es für die Systeme schwierig. Nicht aber für den Feuerlöscher, denn bei den Gefäßen handelt es sich nicht um Druckflaschen.

Das Sammelgefäß des Feuerlöschers befindet sich unter dem Fahrersitz - Foto: Sauber

Die wahrscheinlichste Variante ist, dass sich eine Schraube löste und somit Löschschaum floss. Dabei wurde auch nur ein Teil des Inhalts freigesetzt, sonst hätte man den Löschschaum deutlicher gesehen und Ferrrari hätte das Fahrzeug erst einmal davon befreien müssen.

Allerdings musste die Flasche ausgetauscht werden: Denn für den Füllgrad gibt es in der Formel 1 genaue Vorgaben. Für unterschiedliche zugelassene Chemikalien gibt es unterschiedliche Vorgaben. Entweicht etwas, ist der vorgeschrieben Füllstand nicht mehr gewährleistet. Der Tausch ist allerdings einfacher als gedacht: Direkt unter dem Sitz befindet sich das System. Wird der Sitz herausgenommen, kommen die Mechaniker an den Behälter.


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