Formel 1

Force India erklärt die Dinosaurier-Motorabdeckung

Force India bringt in Singapur eine Motorabdeckung mit 32 Zacken. Intern wird das Teil nach dem Dinosaurier Stegosaurus benannt. Wie es funktioniert:
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Force India bringt in Singapur ein ganz spezielles Upgrade ans Auto. Auf der Motorabdeckung des Boliden sind unfassbare 32 Zacken auf jeder Seite zu sehen. Sie befinden sich direkt hinter über der Airbox und führen die Finne entlang nach hinten. Aufgrund der Ähnlichkeit wird die Abdeckung intern Stegosaurus genannt. Der Stegosaurus war ein Dinosaurier mit charakteristischen Rückenplatten, wie die Zacken im Fachjargon genannt werden.

"Die Finnen sollen den Luftfluss zum T-Flügel verbessern und so für mehr Abtrieb sorgen", erklärt Force Indias Technikdirektor Andy Green. Die Zacken sind nur ein Teil eines größeren High-Downforce-Paketes. Zusätzlich zu den Finnen gibt es einen neuen, komplexeren T-Flügel und weitere Aero-Elemente.

Die neuen Teile scheinen zusammen mit mechanischen Upgrades den gewünschten Erfolg gebracht zu haben. Esteban Ocon und Sergio Perez berichteten nach den Trainingssessions einen großen Fortschritt. "Man konnte die Verbesserung richtig fühlen", beschreib Ocon. "Eigentlich hatten wir hier echte Probleme mit unserem Auto erwartet, aber die neuen Teile funktionieren sehr gut", meinte Perez. In der Tageswertung reichte es für Perez und Ocon für die Plätze acht und zehn.

Die gezackte Motorabdeckung wird wohl noch bei weiteren Rennen zum Einsatz kommen. "In Mexiko sicher", meint Green. Dort versuchen die Ingenieure so viel Downforce wie möglich auf die Autos zu packen, weil die Lage auf über 2.000 Meter nicht nur Luftwiderstand, sondern in gleichem Maße auch Abtrieb wegnimmt. Aber auch auf anderen Strecken könnte der Stegosaurus bleiben.

In der kommenden Saison bleiben zwar entgegen der ursprünglichen Ankündigung Finnen erlaubt, T-Flügel werden aber verboten. Somit können die Zacken ihr Potential nicht mehr ausspielen. Trotzdem ist nicht ganz ausgeschlossen, dass sie auch im kommenden Jahr am Force India sind. "Wir müssen sehen, ob sie vielleicht den Luftfluss zum Heckflügel so verbessern, dass es sich rentiert", mein Grenn.

Das Problem der Zacken: Sie machen die Motorabdeckung ein paar hundert Gramm schwerer. Noch dazu sind sie am höchsten Punkt des Autos angebracht, was den Schwerpunkt ein Stück nach oben verlegt. Warum es ausgerechnet 32 Zacken wurden? "Irgendwann kommst du auch bei der Produktion an eine Grenze", erklärt Green.


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