Formel 1

Umbau für Frankreich GP: Schikane für mehr Action

Der Frankreich GP kehrt 2018 in die Formel 1 zurück. In den Genuss von Le Castellets berüchtigter Mistral-Gerade werden Vettel und Co. jedoch nicht kommen.
von Florian Becker & Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - In der Saison 2018 findet nach zehnjähriger Abstinenz erstmals wieder der Große Preis von Frankreich statt. Statt wie zuletzt in Magny-Cours, wird das Rennen auf dem hauptsächlich als Teststrecke bekannten Circuit Paul Ricard ausgetragen. Bekanntestes Merkmal des 1970 im südfranzösischen Le Castellet erbauten Kurses ist seit jeher die 1,8 Kilometer lange Gegengerade. Diese werden die Piloten allerdings nicht in ihrer vollen Pracht genießen dürfen.

Die berüchtigte Mistral-Gerade wird beim am 24. Juni 2018 für das Frankreich-Comeback der Königsklasse genutzten Layout durch eine Links-Rechts-Schikane unterbrochen. Die Organisatoren des Rennens und die FIA waren sich einig, dass dies sowohl für die Show als auch für die Sicherheit die beste Lösung sei. "Die FIA hat einige Untersuchungen durchgeführt. Vor der Schikane wird die Geschwindigkeit bei 343 km/h liegen. Die Schikane hat also ihren Grund", so Gilles Dufeigneux, seines Zeichens Managing Director des Frankreich GP, im August bei Autosport.

Jetzt ist es auch offiziell: In der Formel-1-Pause zwischen Italien GP in Monza und Singapur GP zeigten die GP-Ausrichter erstmals nicht nur den Fahrern (vgl. unten), sondern auch der Weltöffentlichkeit das komplette neue Streckenlayout in Le Castellet - mit genannter Schikane inmitten der Mistral-Geraden.

Circuit Paul Ricard: Streckenlayout Frankreich GP in Le Castellet:

Die berüchtigte Mistral-Gerade wird von einer Schikane unterbrochen - Foto: Grand Prix de France

Die Unterbrechung des Highspeed-Abschnitts soll die Motoren vor der 1,8 Kilometer langen Vollgasfahrt bergauf zur Signes-Kurve bewahren. Außerdem soll die Schikane für eine bessere Show sorgen. "Wir wollten auch das Schaffen einer zusätzlichen Überholmöglichkeit erleichtern", erklärt Dufeigneux den wahrscheinlichen Hauptgrund für die Modifikation der Strecke. Die Anpassung macht insofern Sinn, da am Ende der Gerade ein Überholmanöver eher schwierig zu realisieren sein würde.

Laut den Analysen der FIA werden die Piloten Signes mit atemberaubenden Geschwindigkeiten durchfahren. "Die Autos werden am Scheitelpunkt von Signes 343 km/h erreichen", fügt der Franzose an. Dementsprechend unterstützen auch Fahrer die Nutzung der Schikane. "Die Piloten haben uns gesagt, dass die Schikane im Rennen wahrscheinlich auch eine gute Möglichkeit für Überholmanöver ohne DRS sein wird", so Dufeigneux weiter.

Vor der Schikane wird die Geschwindigkeit bei 343 km/h liegen. Die Schikane hat also ihren Grund.
Gilles Dufeigneux

Die Organisatoren aus Le Castellet führten den Piloten das 5,8 Kilometer lange Streckenlayout im Rahmen des Österreich GP erstmals vor. Hamilton, Vettel und Alonso zeigten sich allesamt angetan. "Sie mochten es und fanden, dass die gewählte Variante eine gute Option ist", sagt der Managing Director des Grand Prix. Mit der Schikane auf der Mistral-Gerade sowie der Start- und Zielgerade gibt es auf dem Circuit Paul Ricard damit zwei zum Überholen geeignete Passagen.

Zwei Highspeed-Gerden plus ultraschnelle Signes

"Das Layout hat zwei Geraden, auf denen die Autos nahezu maximale Geschwindigkeit erreichen und dann hart verzögern müssen. Dazu kommt Signes, die mit Vollgas durchfahren wird", so Dufeigneux, dessen Austragungsort einen Fünfjahresvertrag zur Austragung des Großen Preises von Frankreich besitzt. Neben der Schikane werden nur kleine Änderungen an der Strecke vorgenommen. "Die FIA hat bei ihrer Inspektion nur kleine Anpassungen an den Kerbs gefordert, welche wir diesen Winter durchführen", sagt Arnaud Pericard, ebenfalls Teil des Organisatoren-Teams.

Der Kurs wird eine echte Benchmark für die Fahrer sein.
Jean Alesi

Frankreichs ehemaliger F1-Pilot Jean Alesi frohlockte bei der offiziellen Präsentation des Layouts und Grand Prix am Mittwochabend: "Der Kurs wird eine echte Benchmark für die Fahrer sein, denn er umfasst jede Art von Kurve. Ich bin sicher, dass die Fahrer hier jede Menge Spaß haben werden."

Da der Kurs, der bis 1990 mehrmals die Formel 1 und bis 1999 auch die Motorrad-WM beheimatete, in den vergangenen Jahren hauptsächlich als Teststrecke genutzt wurde, müssen auch einige Anpassungen abseits der Strecke vorgenommen werden. "Das größte Investment werden die Tribünen, die sind für uns sehr wichtig", fügt Pericard an. Am Rennsonntag sollen bis zu 65.000 Zuschauer Platz haben.


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