Formel 1 - Red Bull abgeschlagen: Verfolger-Duell mit Massa?

Ricciardo hält sich nicht für Einstein

Red Bull ist auch in Kanada wieder abgeschlagen die dritte Kraft. Mercedes und Ferrari scheinen uneinholbar, doch von hinten lauert Williams' One-Man-Show.
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Motorsport-Magazin.com - Für Red Bull zeigte sich im Qualifying von Montreal ein gewohntes Bild: Die dritte Startreihe haben Daniel Ricciardo und Max Verstappen in der Saison 2017 schon mehr oder weniger fest gebucht, denn gegen Mercedes und Ferrari ist für die Bullen in diesem Jahr einfach kein Ankommen. So auch beim Grand Prix von Kanada. Am Rennsonntag werden die Boliden von Teamchef Christian Horner aber ausnahmsweise vielleicht nicht im Niemandsland unterwegs sein, denn Williams' Allzweckwaffe Felipe Massa lauert von der siebten Startposition.

"Nachdem es in Q1 und Q2 noch ziemlich eng aussah und wir innerhalb von ein paar Zehnteln an der Bestzeit waren, machten beide Fahrer einen exzellenten Job und holten auch im Q3 das Maximum aus dem Auto. Wir hatten nur leider nicht die Pace, um an Mercedes und Ferrari dranzubleiben", resümiert Christian Horner die Startplätze fünf und sechs für Verstappen und Ricciardo für das siebte Rennen der Saison.

"Wir wissen, dass dieser Kurs nicht zu unseren Lieblingen zählt und uns nicht liegt", so Verstappen, der im Rennen hofft, näher an dem rot-silbernen Spitzenduo dran zu sein. "Im Rennen ist der Unterschied bei der Motorleistung etwas geringer, da sie nicht die gesamte Distanz über ihr Level aus dem Qualifying fahren können."

Ich bin kein Einstein, aber vor drei Jahren bin ich Erster geworden, nachdem ich von Platz sechs gestartet war. Das ist doch ganz einfache Mathematik für das Rennen morgen, oder nicht?
Daniel Ricciardo

Ricciardo musste sich zum vierten Mal in dieser Saison hinter dem Teamkollegen anstellen, sieht in seiner Ausgangslage aber offenbar ein gutes Omen für den Grand Prix. "Ich bin kein Einstein, aber vor drei Jahren bin ich Erster geworden, nachdem ich von Platz sechs gestartet war. Das ist doch ganz einfache Mathematik für das Rennen morgen, oder nicht?", scherzte der Australier und erinnerte an seinen Premierensieg im Jahr 2014.

Seine realistische Einschätzung sieht dann aber doch etwas anders aus. "Wir haben uns in eine gute Position gebracht, in der ich zumindest mit Max kämpfen kann. Viel mehr kann ich nicht erwarten", fügt Ricciardo an, der zu seinem ersten Verfolger Felipe Massa am Samstag drei Zehntel Luft hatte. Dieser wiederum schickt sich nach ernüchternden Rennen in Spanien und Monaco wieder an, die Top-10 aufzumischen.

Wissenswertes über den Kanada GP: (01:06 Min.)

Massa hofft auf Williams-Rennpace

"Es war ein super Qualifying für mich. Ich bin sehr glücklich mit dem bisherigen Wochenende und mit meiner Runde", so Massa, der mit 20 Punkten in der laufenden Saison bisher die einzigen zählbaren Resultate für sein Williams-Team in der einfahren konnte und sein Punktekonto vom siebten Startplatz aus weiter aufstocken will: "Ich war mit unserer Rennpace in den Simulationen im Training ziemlich glücklich und freue mich auf das Rennen. Ich denke, wir haben eine gute Pace, um zu kämpfen und einige Zähler zu holen."

Ich denke, wir haben eine gute Pace, um zu kämpfen und einige Zähler zu holen.
Felipe Massa

Ähnlich wie Red Bull ist das Kanada-Wochenende auch für Williams ein Abbild der bisherigen Saison. Denn während Routinier Massa wie gewohnt unter die ersten Zehn fuhr, war für Teamkollege Lance Stroll auf Platz 17. wieder einmal in Q1 Schluss. "Für Lance war es eine schwierige Session und er wird enttäuscht sein mit der Startposition für sein erstes Heimrennen", so Chief Technical Officer Paddy Lowe.

Stroll selbst sah eine falsche Taktik als Hauptgrund für sein Abschneiden. "Wir sind am Anfang der Session rausgefahren und dann auf einem Reifensatz geblieben. Ich fühlte, wie der Grip besser wurde und die Strecke sich verbesserte. Ich denke, die Entscheidung am Ende von Q1 nicht noch einmal frisch Reifen aufzuziehen, war ein Grund dafür, dass ich es nicht ins Q2 geschafft habe", so der 18-Jährige.


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