Formel 1

Kanada: Renn-Klassiker auf Wasser kehrt zurück

Beim diesjährigen Kanada GP kehrt ein Klassiker zurück ins Rahmenprogramm. Das Floßrennen passt perfekt ins neue Konzept von Liberty Media.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Beim diesjährigen Kanada Grand Prix kehrt ein echter Klassiker zurück ins Fahrerlager: das traditionelle Floßrennen auf dem Olympiasee! Am Samstagabend nach dem Qualifying liefern sich die Mechaniker der Formel-1-Teams wieder wilde Kämpfe im Wasser. Der neue Besitzer Liberty soll dabei geholfen haben, das Floßrennen wieder aufleben zu lassen.

Bis Ende der 90er Jahre zählte der Wasserspaß als fester Bestandteil des Kanada-Wochenendes, doch mit steigenden Verpflichtungen und Aufgaben der Teams starb das Floßrennen mit der Zeit aus. Früher hatten die Mechaniker ihren Spaß daran, aus allem, was sie an der Strecke finden konnten, ein möglichst schnelles Floß zu bauen.

Mit ihren Eigenkreationen lieferten sie sich dann Rennen im Ruderbecken, das anlässlich der Olympischen Spiele 1976 gebaut worden war und direkt an die Strecke grenzt. Beim 2017er Revival gibt es allerdings andere Regeln. Alle teilnehmenden Teams erhalten identische Bausätze und müssen aus diesen Teilen in einer bestimmten Zeit ein Floß basteln. Alle Teams wurden eingeladen. Mercedes und Ferrari sollen allerdings abgesagt haben, heißt es.

Die Rückkehr des so genannten Raft Race passt ins Konzept von Liberty Media. Allen Beteiligten, allen voran den Fans und Sponsoren, soll an einem Rennwochenende mehr Action geboten werden. Rahmenveranstaltungen wie das Floßrennen sollen der Formel 1 mehr Event-Charakter verleihen. "Wir haben schon einen tollen Sport, aber wir wollen ihn noch größer und weitreichender machen", sagte Liberty-Präsident Chase Carey am Freitag in Montreal.

Der US-Macher wolle die Formel 1 nicht amerikanisieren, aber gewisse Aspekte aus dem US-Sport übernehmen. In Amerika gilt: Sport ist auch Unterhaltung. Carey: "Wir wollen schauen, ob es andere Formen von Racing gibt, die gut zu unserem Wochenende passen. Wir wollen offen bleiben. Früher hat der Sport eher mal nein zu Events gesagt, wir wollen ja sagen. Es gibt Aspekte im US-Sport, von denen die Formel 1 profitieren kann."


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