Formel 1

Longrun-Analyse Monaco: Ferrari gibt den Ton an

Ferrari präsentiert sich am Freitag in Monaco richtig stark. Sowohl über eine Runde als auch mit vollen Tanks. Mercedes schwächelt noch. Die Longrun-Analyse.
von Philipp Schajer

Motorsport-Magazin.com - Nirgendwo ist die Renn-Pace so unwichtig wie in Monaco. Stimmt die Trackposition, ist es, ein bisschen geschicktes Verteidigen und keine Patzer bei der Strategie vorausgesetzt, fast unmöglich, überholt zu werden. Ein gutes Qualifying ist im Fürstentum also fast schon die halbe Miete. Dennoch werfen wir einen Blick auf die im Freien Training absolvierten Longruns, sofern das im Fürstentum möglich ist.

Mercedes wie Tag und Nacht

Im ersten Training lief es für die Silberpfeile noch blendend, Lewis Hamilton stellte einen neuen Streckenrekord auf und thronte unangefochten an der Spitze des Feldes. In der zweiten Session dann jedoch der große Einbruch, geschuldet einem Schritt in die falsche Richtung beim Setup.

Der Unterschied zwischen den beiden Trainings war wie Tag und Nacht
Lewis Hamilton

"Das war heute nicht unser bester Tag. Im ersten Training lief es noch ganz gut und wir erzielten die Bestzeit. Aber im zweiten Training kämpften wir damit, genügend Grip mit den Reifen zu haben. Wir rutschten viel herum. Ich bin nicht ganz sicher, warum die Reifen nicht funktionierten. Aber der Unterschied zwischen den beiden Trainings war wie Tag und Nacht", klagte Hamilton.

Wie stark die Silberpfeile im Renntrimm sind, ist schwierig zu sagen, es liegen von beiden Piloten nur eine Handvoll brauchbare Longrun-Zeiten vor. Wird das richtige Setup bis Samstag gefunden, ist Mercedes aber selbstredend ein heißer Kandidat auf die Pole Position und dementsprechend auch auf den Sieg.

Vettel lässt fliegen

Ferrari, das schon seit 2001 auf seinen Sieg wartet, war am Donnerstag die klare Nummer eins an der Cote d' Azur. Sebastian Vettel stellte am Nachmittag einen überlegenen neuen Streckenrekord auf, der noch einmal sieben Zehntel unter Hamiltons Bestzeit im ersten Training lag. Auch mit viel Sprit im Tank sah die rote Performance durchaus vielversprechend aus, es steht eine durchschnittliche Rundenzeit von 1:15.9 zu Buche.

"Auf eine Runde ist es kein Geheimnis, dass es ganz gut aussah. Auf dem Longrun ist es ein bisschen schwer zu beurteilen, weil es hier immer ein bisschen rauf und runter ist mit Verkehr und so weiter", wies der Heppenheimer auf die Tücken des engen Stadtkurses hin. "Ganz wohl gefühlt habe ich mich aber noch nicht. Da können wir noch ein Stück zulegen. Ansonsten ist es Feintuning. In jeder einzelnen ecke liegt noch ein bisschen Zeit versteckt."

Wissenswertes über den Monaco GP: (00:58 Min.)

Große und kleine Bullen stark

Einiges rechnet man sich im Lager von Red Bull aus. In Monaco spielt der Motor bekanntlich eine eher untergeordnete Rolle, das Chassis ist besonders wichtig. Zwar ist dieses 2017 nicht so stark wie in den letzten Jahren, trotzdem soll der Anschluss an die Spitze glücken. Das scheint mit vollen Tanks gelungen zu sein, Daniel Ricciardos Rundenzeiten lagen mit 1:16.1 nur eine Spur über jenen Vettels.

Die große Überraschung des Trainings-Donnerstags war zweifelsfrei Toro Rosso. Die kleinen Bullen sind zumindest die vierte Kraft, vielleicht sogar mit noch Luft nach oben. Davon zeugen die Plätze vier und fünf von Daniil Kvyat und Carlos Sainz sowie eine mehr als solide Pace im Longrun, Kvyat brachte es auf 1:16.4. "Wir schauen schon jetzt sehr konkurrenzfähig aus", freute sich der Russe.

Vorschau: Das erwartet die F1 in Monaco: (04:40 Min.)

Keine Fehler an der Box erlaubt

Strategisch werden sich den Teams wie so oft in dieser Saison nicht allzu viele Optionen bieten. Einmal mehr droht ein Ein-Stopp-Rennen, die Ultrasoft-Reifen zeigten nur minimale Verschleißerscheinungen. Umso wichtiger ist es, dass der vermutliche einzige Boxenstopp perfekt funktioniert. Frag nach bei Daniel Ricciardo, dem 2016 ein Rad zum Sieg fehlte...


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