Formel 1

Sauber vs. Red Bull - Hinwiler Punktsieg ohne Punkte

Im Mittelfeld sorgte nicht nur das Duell Sauber gegen Red Bull, sondern auch der interne Zweikampf Villeneuve gegen Massa für Aufsehen.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Mit der dunklen Seite der Macht im Rücken, wollte Red Bull Racing nicht nur abseits der Rennstrecke mit kostümierten Statisten und neuen Lackierungen, sondern auch mit mächtig starken Leistungen auf der Strecke für Aufmerksamkeit sorgen.

Doch das Ziel die Sperre von B·A·R Honda auszunutzen und in WM-Punkte umzumünzen konnten die Dunkelblauen schon weit vor Rennende abhaken. Nicht besser erging es ihren schärfsten Konkurrenten im Kampf um die letzten Punkteplätze: Auch Sauber scheiterte trotz eines viel versprechenden Beginns.

David Coulthard hatte deshalb "nicht viel" zu sagen. "Albers drehte sich, weswegen ich abbremste. Aber Michael sah nichts und traf mein Heck, was meinen Flügel und meine Aufhängung irreparabel beschädigte." Nachdem DC bereits am Samstag im Freien Training ein ähnlicher Unfall geschehen war, welcher ihn noch verärgert über Juan Pablo Montoya schimpfen ließ, nahm er das "Pech" diesmal gelassen hin.

Es war der falsche Moment.
Felipe Massa

Ebenso gelassen nahm Felipe Massa das Duell mit seinem Teampartner Jacques Villeneuve auf, welches beide in den Notausgang der Ste Devote beförderte und den Brasilianer alle Chancen auf WM-Punkte kostete. "Er versuchte es im falschen Moment und wenn er noch ein bisschen gewartet hätte, dann hätte er mich überholen können. Er sah, dass meine Reifen am Ende waren und es war einfach der falsche Zeitpunkt."

Verärgert ist Massa deshalb allerdings nicht. "Es war falsch von ihm, aber ich bin über die Reifen verärgert" und nicht so sehr über den Kanadier. Dieser lobte unterdessen die "sehr gute Strategie" seines Teams, welche beide erst in diese aussichtsreiche Position gebracht hatte.

"Gegen Ende holte ich Felipe ein und sah, dass seine Hinterreifen am Ende waren, während meine Reifen sich noch ziemlich gut anfühlten", beschreibt JV die teaminterne Situation. "Mir wurde gesagt, dass ich die Lücke zu den Jungs vor uns schließen sollte und da versuchte ich etwas, dass leider nicht funktionierte."

Das ist die schlimmste Situation für ein Team.
Peter Sauber

Peter Sauber ist darüber erwartungsgemäß alles andere als begeistert. "Der Zwischenfall, den Jacques auslöste, kostete uns fünf wertvolle Punkte, welche es uns ermöglicht hätten die Lücke zu unseren direkten Gegnern von Red Bull zu schließen." Für den Schweizer Teamchef gehört der heutige Vorfall deshalb zu den "am meisten deprimierenden Dingen" die einem Team passieren können.

Nicht minder deprimiert und "sehr enttäuscht" war nach seinem vorzeitigen Ausscheiden auch der zweite Pilot des Sauber-Hauptkonkurrenten Tonio Liuzzi. "In Runde 61 löste sich einer meiner Hinterreifen komplett auf und nichts war mehr übrig. Deshalb schlug ich ausgangs des Tunnels in die Barriere ein und das war das Ende meines Rennens." Am Montag wird nun entschieden, wer am nächsten Wochenende in der Eifel im zweiten Red Bull Boliden sitzen wird.

Für Sportdirektor Christian Horner war es - ebenso wie für sein Pendant Peter Sauber - das Ende eines "zunächst viel versprechenden", aber dann doch "frustrierenden" Wochenendes. Glücklicherweise entpuppte sich der im gesamten Fahrerlager herumspazierende Darth Vader als sehr viel gnädiger als sein Filmvorbild. Denn George Lucas hatte schon am Freitag gegenüber Cosworth-Chefingenieur Simon Corbyn angekündigt, dass dieser "nicht für seine Toleranz gegenüber Fehlern" bekannt sei.


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