Formel 1

2. Training in Singapur: Rosberg vor Räikkönen, Hamilton mit Hydraulik-Defekt

Action im 2. Freien Training zum Singapur GP: Während Rosberg zurückschlägt, hat Hamilton Probleme. Die Konkurrenz ist dran. Reichlich Mauerkontakt zum Auftakt.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Das Imperium schlägt zurück: Nico Rosberg hat im 2. Freien Training zum Singapur GP die Bestzeit gefahren. Mit 1:44.152 Minuten setzte der Mercedes-Pilot die Tagesbestzeit auf den Ultrasoft-Reifen. Für die Silberpfeile ist es die erste Session-Bestzeit in Singapur seit dem 1. Freien Training im vergangenen Jahr. Teamkollege Lewis Hamilton musste das Training wegen eines Hydraulik-Problems eine halbe Stunde früher beenden.

Die Platzierungen: Auf Platz zwei reihte sich Kimi Räikkönen ein. Dem Ferrari-Piloten fehlten 0,275 Sekunden auf Rosbergs Bestzeit. Im Gegensatz zum 1. Freien Training, fuhren am späten Abend alle Piloten ihre Bestzeiten auf den Ultrasoft-Reifen. Außer Lewis Hamilton: Der Brite hatte Probleme auf der weichsten Reifenmischung, verbremste sich auf beiden Versuchen. Der Weltmeister landete deshalb auf Supersoft mit 1,123 Sekunden auf dem siebten Rang.

Sebastian Vettel fehlte im Training Zeit auf seinen Teamkollegen - Foto: Sutton

Auf den Plätzen drei und vier reihten sich die Red-Bull-Piloten ein. Max Verstappen schlug Daniel Ricciardo knapp. Dem 18-Jährigen fehlten 0,380 Sekunden auf die Bestzeit. Enttäuschend lief das Training für Sebastian Vettel: Der Vorjahressieger fuhr sieben Zehntelsekunden langsamer als Teamkollege Räikkönen und belegte nur Rang fünf.

Erwartet stark zeigte sich Force India: Nico Hülkenberg reihte sich auf Rang sechs ein, Sergio Perez auf P11. Toro Rosso trifft das Leistungsdefizit des alten Ferrari-Motors auf dem engen Stadtkurs weniger. Carlos Sainz beendete das Training auf Platz acht, Daniil Kvyat auf Platz zehn. Dazwischen schob sich Fernando Alonso im McLaren-Honda.

Die Zwischenfälle: Jede Menge Singapur-Action: Fernando Alonso und Carlos Sainz schlitterten beide kurz nacheinander in Kurve neun leicht an der Tecpro-Barriere entlang. Sowohl der McLaren, als auch der Toro Rosso blieben unbeschädigt. Manor-Neuling Esteban Ocon schaffte es sogar, zweimal in einer Runde die Mauern zu touchieren.

Etwas spektakulärer war Daniel Ricciardo: Der Red-Bull-Pilot drehte sich am Ausgang von Kurve elf, erwischte die Bande mit dem linken Hinterreifen und parkte den Boliden quer auf der Fahrbahn. Ernsthaft beschädigt wurde der RB12 dabei nicht, Ricciardo konnte aus eigener Kraft die Box ansteuern und nach kurzer Pause sogar wieder auf Zeitenjagd gehen.

Romain Grosjean ohne Heckflügel-Endplatten - Foto: Sutton

Noch spektakulärer stellte es nur Romain Grosjean an. Der Franzose verlor in der letzten Kurve vor Start und Ziel die Kontrolle über seinen Haas, drehte sich von der Strecke und schlug rückwärts in der Mauer ein. Grosjean konnte ohne Probleme zurück an die Box fahren, allerdings ohne Heckflügel-Endplatten - die blieben in der Mauer hängen.

Nach Trainingsende erwischt es noch Fernando Alonso: In seiner Inlap verabschiedete sich das Getriebe seines McLaren-Honda. Alonso rollte auf der Strecke aus. Strafen sind allerdings nicht zu befürchten, weil die Renngetriebe normalerweise erst am Samstag zum Einsatz kommen.

Die Technik: Machte bei Lewis Hamilton Ärger: Der Brite verlor die letzten 30 Minuten der Trainingssitzung wegen eines Hydraulik-Problems. Als der Brite auf seinen Longrun gehen wollten, schlugen die Sensoren an und Hamilton musste zurück in die Garage kommen. Schon im 1. Freien Training hatte Hamilton über Hitzeentwicklung an seinem Sprunggelenk geklagt. Ob ein Zusammenhang besteht, ist unklar. Allerdings gibt es im Fußraum ein kleines Hydraulik-System, das die Fahrwerksdämpfer verindet.

Inzwischen ist Renaults Motorenupdate offiziell. Wie die FIA vor dem 2. Freien Training bestätigte, zog der französische Autobauer drei Entwicklungstoken. Möglicherweise wird bei Red Bull nur Max Verstappen in den Genuss des Updates kommen, weil beim Niederländer ein planmäßiger Motorwechsel ansteht.

Das Wetter: Äquator eben. 28 Grad Luft- und 32 Grad Streckentemperatur. 75 Prozent Luftfeuchtigkeit machten es gewohnt unangenehm.

Die Analyse: Mercedes scheint im Vergleich zum vergangenen Jahr etwas gefunden zu haben. Hamiltons Probleme auf seinen schnellen Runde zeigen aber, dass die Silberpfeile nicht unantastbar sind. Die Konkurrenz ist deutlich näher dran als noch vor zwei Wochen in Monza. Überraschend ist das Kräfteverhältnis zwischen Red Bull und Ferrari. Kann Red Bull noch etwas nachlegen?


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