Formel 1

1. Qualifying: Schumacher jagt die jungen Wilden

Zumindest das 1. Qualifying konnte Kimi Räikkönen als Bester beenden. Aber Fernando Alonso hängt dem Finnen im Getriebe.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Es ist eine alte Qualifying-Weisheit und zwar egal ob normales oder Einzelrundenqualifying: Zuerst ist die Strecke grün und dann wird sie immer sauberer und schneller. Entsprechend gingen Tonio Liuzzi und Alex Wurz nur mit geringen Erwartungen an ihr erstes Qualifying in diesem Jahr heran.

Doch die Vorzeichen sollten sich auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari drehen: Eine immer staubiger und rutschiger werdende Strecke ermöglichte den Frühstartern starke Zeiten, welche auch später nur schwer bis gar nicht zu schlagen waren.

Räikkönen bezwingt Alonso

Die provisorische erste Startreihe ging trotzdem an zwei Starter aus der letzten Fünfergruppe: Nämlich den Finnen Kimi Räikkönen und den Spanier Fernando Alonso, der nur einen Wimpernschlag von drei Tausendsteln hinter dem McLaren-Star über die Ziellinie fuhr.

Knappe vier Zehntel Rückstand weist hingegen der drittplatzierte Michael Schumacher nach dem 1. Qualifying auf. Dennoch freut sich der Kerpener über die gezeigte "Beständigkeit" mit dem neuen Wagen. "Ich bin zufrieden. Nach diesem Start war das gesamte Team bis zuletzt motiviert und wir haben uns voll reingehängt und sind bis an die Grenzen gegangen. Das Ergebnis können wir hier sehen." Und auch im Rennen rechnet Michael Schumacher damit "dabei zu sein": "Es wird nicht einfach, aber wir haben unsere Chancen."

Dennoch liegen die beiden Spitzenreiter knappe vier Zehntel vor dem Deutschen, weshalb Fernando Alonso betont, dass der Abstand nach hinten gut und jener nach "nicht so riesig" sei. "Wir sind zwar Zweite, aber immer noch konkurrenzfähig und fighten um die Pole", kündigte der WM-Spitzenreiter an. "Wir haben heute unsere Arbeit erledigt. Imola ist schon immer nicht die perfekte Strecke für uns gewesen, aber wir sind deutlich besser und sehr zufrieden."

Kimi Räikkönen wäre derweil ein "größerer Abstand noch lieber", doch hofft er dank seines verbesserten Arbeitsgeräts auch morgen konkurrenzfähig zu sein. "Das Auto ist nicht vergleichbar mit Bahrain. Die strecke liegt dem Wagen einfach besser. Gestern lief es bereits gut und heute auch."

Der Rest des Feldes

Besser als es die bisherigen Trainingsleistungen erwarten ließen schnitt Mark Webber ab, der seinen FW27 nach einer starken Qualifyingrunde auf Rang vier, und somit noch vor dem hoch gelobten Jenson Button, stellte. Dieser war wiederum von der roten Performance überrascht.

"Wir haben Ferrari nicht so schnell erwartet", gab JB zu Protokoll. "Meine Runde war großartig bis zum letzten Sektor, der langsam schien. Es wäre schön gewesen die Pole zu holen, aber zumindest sind wir vorne dabei."

Hinter dem Briten reihte sich Jarno Trulli ein, dessen Toyota in Imola erwartungsgemäß nicht so gut liegt wie in Malaysia und Bahrain. Sein Teamkollege Ralf Schumacher landete sogar nur auf Platz zwölf. "Es ist relativ gut um darauf aufzubauen", sagte er über seine Leistung. "Unser Auto ist mit den Reifen bei viel Sprit besser. Wir tun uns hier einfach ein bisschen schwerer."

Leichter als bei den ersten drei Rennen hatten es hingegen die Sauber-Piloten, von denen vor allem Felipe Massa mit einem sensationellen siebten Platz zu überzeugen wusste. Damit landete der junge Brasilianer sogar noch vor Alex Wurz und Nick Heidfeld, der gegen Ende seiner Runde "Grip verlor", für das Rennen aber trotzdem "ein gutes Gefühl" hat.

Alles andere als zufrieden war der elfplatzierte Rubens Barrichello, der nach seiner enttäuschenden Runde von einer "schwierigen Balance" sprach. Ebenfalls keine gute Runde erwischte der zweite Renault-Pilot Giancarlo Fisichella, der nach einem Fehler mit 1,8 Sekunden Rückstand nur auf Platz fünfzehn landete.


Wir suchen Mitarbeiter
Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video