Top: Gewinnertyp Rosberg

Nico Rosberg scheint endlich zu seiner Weltmeisterform gefunden zu haben. Der Deutsche hat erst zum zweiten Mal zwei Rennen in Folge gewonnen und hat in seiner aktuellen Verfassung gute Chancen, zum ersten Mal drei Siege in Serie einzufahren. Im Rennen hat Rosberg dem alten und neuen Weltmeister keine Gelegenheit gegeben, ihm den Sieg streitig zu machen. Selbst in den Phasen, in denen Lewis Hamilton attackierte, blieb er ruhig und fehlerfrei, sodass der Brite die Angriffe abbrechen musste, um seine Reifen zu schonen.

Flop: Kaum Überholmanöver

Der Brasilien GP 2015 folgte auf einen fantastischen Mexiko GP. Die Erwartungen waren groß, denn in Mexiko waren Rennen und Atmosphäre unvergleichlich. Entsprechend enttäuschend fiel das Rennen in Interlagos aus. Der vor dem Wochenende angekündigte Regen blieb aus und so mussten die Zuschauer mit wenigen Ausnahmen eine Prozession bewundern. Sebastian Vettel und Lewis Hamilton beklagten sich nach dem Rennen. "Am Ende des Tages spielt es keine Rolle, was wir sagen, weil es nicht passieren wird", ärgerte sich der Brite.

Hier überholt Max Verstappen gerade Sergio Perez -
Hier überholt Max Verstappen gerade Sergio Perez -Foto: Sutton

Top: Verstappen zeigt es allen

Eine jener Ausnahmen war Max Verstappen. Der 18-Jährige zeigte in seiner Debütsaison bereits einige Weltklasse-Überholmanöver und diese Serie setzte er auch in Brasilien fort. Trotz des unterlegenen Renault-Motors kämpfte er sich an Sergio Perez und Pastor Maldonado mit Mercedes-Motor sowie an Felipe Nasr mit Ferrari-Motor vorbei. Besonders das Manöver gegen Perez erstaunte die Fans, denn der Mexikaner hielt zwar hart dagegen, doch der Rookie setzte sich in weltmeisterlicher Manier durch.

Flop: Renaults "Wundermotor"

Mercedes und Ferrari lieferten ihre neuen Motoren in Monza und schafften mit wenigen Tokens große Sprünge. Daher waren die Erwartungen an das 11 Tokens schwere Update hoch. So hoch, dass Daniel Ricciardo in Interlagos die Strafe in Kauf nahm und das Rennen von hinten aufnahm. Doch der Leistungsunterschied bei den Motoren war geringer als erwartet, wenn überhaupt vorhanden. Obwohl Ricciardo seine schnellste Runde 15 Runden nach seinem Teamkollegen fuhr und beide zu diesem Zeitpunkt ähnlich frische Reifen hatten, war der Australier nur knappe zwei Zehntelsekunden schneller. Im Ergebnis stand Kvyat am Ende, auch durch die Strafe für den Motorwechsel, deutlich vor seinem Teamkollegen.

Top: McLaren-Show am Samstag

Sportlich kann McLaren nur wenig überzeugen. Dafür sorgten Fernando Alonso und Jenson Button am Samstag zum Teil unfreiwillig für viel Unterhaltung. Nachdem Alonso bereits am Freitag im zweiten Training stehen blieb und an der Strecke warten musste, organisierte er sich in der Qualifikation einen Klappstuhl und gönnte sich im Q1 eine Pause. Danach gönnte sich der Spanier mit seinem Teamkollegen einen Abstecher auf das Podium. "Ich bin mir nicht sicher, ob wir dafür Ärger bekommen werden, aber es hat viel Spaß gemacht. Den meisten Spaß, den ich dieses Wochenende hatte…", kommentierte Button den Treppchen-Besuch.

Neben Grid Boys standen in Brasilien auch Grid Girls in der Startaufstellung -
Neben Grid Boys standen in Brasilien auch Grid Girls in der Startaufstellung -Foto: Sutton

Flop: Grid Boys

Nachdem in Monaco bereits zum ersten Mal Grid Boys eingesetzt wurden, stellte auch Brasilien den Fahrern Männer vor die Boliden. Jedoch nicht allen. Die Verantwortlichen wollen moderner wirken und setzten dabei auf eine Mischung aus Grid Girls und Boys. Wer wen bekam, wurde jedoch ausgelost. "Ich muss gleich noch den Lostopf manipulieren, damit ich keine Gridboys bekomme", scherzte Vettel nach der Qualifikation, doch er hatte Pech. Vor seinem dritten Startplatz durfte sich ein Herr posieren.

Top: Hülkenbergs Spitzenergebnis

Schon die Qualifikation lief für Nico Hülkenberg vielversprechend. Von einer Strafversetzung von Valtteri Bottas profitierend durfte der Force-India-Pilot vom fünften Rang ins Rennen gehen. Der Start war zwar nicht optimal, doch mit einer guten Strategie reichte es am Ende für den Deutschen zum sechsten Platz, mit dem er die fünfte Position für Force India in der Konstrukteurswertung absicherte. Dabei setzte er trotz eines frühen Stopps erfolgreich eine Zwei-Stopp-Strategie um und hielt Daniil Kvyat im Red Bull hinter sich.

Flop: Massa mit Reifenproblemen

Es war ein kleiner Skandal am Rande des Brasilien GP. Ausgerechnet beim Heimrennen soll vor dem Start eine Reifentemperatur viel zu hoch gewesen sein. Statt der erlaubten 110 Grad wurden bei Felipe Massa 137 Grad gemessen. Die Folge war eine Disqualifikation vom schon zuvor enttäuschenden achten Platz. Williams legte Berufung ein. "Wir haben drei unterschiedliche Temperatur-Messmethoden und keine davon ergab Ähnliches wie die FIA-Messung in der Startaufstellung", erklärte Rob Smedley. Entscheidend ist der achte Platz des Brasilianers jedoch nicht, denn der dritte Platz in der Konstrukteurswertung ist dem Team aus Grove bereits sicher.