Formel 1

Beim ersten Mal tat's noch weh - Mexiko GP: Die Stimmen zur Strecke

Bei der ersten Fahrt auf der brandneuen Strecke machte der glatte Asphalt den Piloten zu schaffen. Die Stimmen zur Rutschpartie am Freitag.
von Matthias Schwerdtfeger

Motorsport-Magazin.com - Die ersten Kommentare der Fahrer zum neuen Kurs in Mexico City klangen nach den Freitags-Sessions leicht positiv, aber nicht mehr so euphorisch wie nach der reinen Streckenbesichtigung 24 Stunden zuvor. Der frisch verlegte und damit noch ausgesprochen glatte Asphalt sorgte - zusammen mit dem einsetzenden Regen - für einige Ausrutscher in den ersten Trainings. Auf die Frage, wie ihm denn die Strecke bei den beiden Sessions gefallen habe, antwortete Lotus-Pilot Pastor Maldonado: "Überraschenderweise gut. Auch das Layout ist ziemlich gut. Etwas rutschig, aber sie ist halt jungfräulich und sie hat sich immer weiter verbessert vom ersten Training zum zweiten. Aber da erging es mir nicht allein so, damit hatten viele Fahrer zu kämpfen."

Etwas rutschig, aber sie ist halt jungfräulich.
Pastor Maldonado zur Strecke in Mexico City

Das ging wohl hauptsächlich an Max Verstappen und Valtteri Bottas. Für den Trainingsschnellsten vom Vormittag und den Williams-Piloten war die zweite Einheit nach Einschlägen in die Streckenbegrenzung jeweils vorzeitig beendet. "Die Strecke war recht rutschig, ich hatte kalte Reifen und war nicht voll fokussiert", räumte der Niederländer ein. Ihm hatte es der Kurs bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich angetan. "Die Strecke ist generell recht langsam, das ist schade, das liegt aber auch daran, dass der Grip fehlt. Es ist nicht so herausfordernd bisher", fügte der 18-Jährige hinzu. "Ich habe noch nie eine im Trockenen so rutschige Strecke erlebt wie heute", wunderte sich der Finne.

Romain Grosjean sagte gegenüber Motorsport-Magazin.com: "Wenn der Asphalt besser wäre, würde es sicher mehr Spaß machen. Mit einem Rallye-Auto macht das Rutschen Spaß. In der Formel 1 nicht, wo du Grip und Abtrieb erwartest." Die gab es in Mexiko aber bislang überhaupt nicht, was auch mit der Höhenluft zu tun hat. Die Strecke liegt auf 2200 Metern, was, wie Nico Hülkenberg vermutete, ein Viertel der normalen Downforce koste. Allerdings verlören heutige Motoren unter diesen Umständen immerhin weniger Power als früher. So kamen im Training Spitzengeschwindigkeiten von über 360 km/h zustande.

Die Strecke ist definitiv einzigartig. Sie haben einen sehr guten Job gemacht.
Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo war insgesamt sehr zufrieden mit dem Circuit. "Die Strecke ist definitiv einzigartig. Sie haben einen sehr guten Job gemacht", so der Australier. Auf dem glatten Untergrund wurde deutlich häufiger und härter als sonst gebremst, was bei vielen Fahrzeugen zu Überhitzung führte. Dazu meinte der Red-Bull-Pilot: "Man fährt mehr oder weniger am Limit. Wir haben alles versucht, um das Auto so gut wie möglich zu kühlen."

Alle mögen die Fahrt durch das Baseball-Stadion

Nico Rosberg lobte den Kurs: "Das erinnert mich sehr an meine Kindheit. Es ist wie eine Kart-Strecke. Sowas gibt´s eigentlich fast gar nicht im Kalender. Das ist cool zu fahren, das ist mal was anderes - sehr gelungen." Hülkenberg hatte in Sachen Autodromo Hermanos Rodriguez gemischte Gefühle. "Langsame Kurven dominieren den Kurs, ein paar schnellere Ecken wären auch schön gewesen. Insgesamt macht es schon Spaß", fand der Force-India-Pilot. Er lobte außerdem den Streckenteil, der durch ein Baseball-Stadion führt und in dem die Fans besonders nahe sind. "Die Sektion ist echt cool, die war heute auch schon sehr gut besucht", sagte Hülkenberg.

Die Piloten fahren im Baseballstadion auf der Strecke in Mexiko dicht am Publikum vorbei - Foto: Sutton

Die entsprechende Stelle gefiel einigen Piloten. Ricciardo machte sie "viel Spaß", Verstappen fand es "cool, die vielen Fans zu sehen" und für Maldonado war es "sehr speziell, so langsam durch das Stadion zu fahren. Es ist ziemlich gut." Auch in Sachen Strategie könnte der Kurs interessant sein. Der Venezolaner sieht Ricciardo und Daniil Kvyat hier im Vorteil. "Autos wie die Red Bulls können unterschiedliche Linien fahren, es scheint, dass sie hier etwas mehr Abtrieb und Traktion haben als andere", gab er gegenüber Motorsport-Magazin.com zu Protokoll.


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