Formel 1

B·A·R: Taktischer Doppelausfall in der letzten Runde

Irgendwann musste es passieren. Dass es gleich beim ersten Rennen zu einem taktischen Ausfall zweier Piloten kam, war hingegen nicht zu erwarten.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Es musste ja so kommen: Erinnern Sie sich noch an die Qualifying-Farce von Silverstone 2004? Damals fuhren die Autos eines nach dem anderen so langsam, dass man die schlechteste Zeit erzielte und somit im 2. Qualifying früh auf die Strecke gehen und dem vermeintlichen Regen ausweichen konnte.

Solch eine Manipulation sollte nie wieder geschehen. Doch die neuen Motoren-Regeln besitzen ein ähnliches Schlupfloch: Wer einen Grand Prix nicht beendet, darf beim nächsten einen neuen Motor einbauen. Entsprechend wurde schon im Vorfeld der Saison darüber spekuliert, dass so mancher Fahrer seinen Wagen in der letzten Runde abstellen könnte, wenn er außerhalb der Punkteränge liegt.

Und tatsächlich: Obwohl das British American Racing Team seinen Saisonauftakt als "zuverlässig" betitelt, blieben beide weißen 007 Boliden in der letzten Runde stehen. Immerhin war das Team so "fair" dies nicht mit schrägen Ausreden schön zu reden: "Da beide Fahrer außerhalb der Punkte lagen, entschloss sich das Team dazu beide Autos in der letzten Runde in die Box zu rufen", heißt es in einem Presseschreiben. "Auf der positiven Seite liefen beide Autos zuverlässig", fügte Technikdirektor Geoff Willis hinzu. "Da wir außerhalb der Punkteränge lagen, entschieden wir beide Autos aus dem Rennen zu nehmen, was uns die Möglichkeit gibt die Motoren für Malaysia ohne Strafe zu wechseln. Dies könnte aufgrund der erwarteten hohen Temperaturen ein Vorteil sein."

Mit der Rennperformance zeigte man sich bei den Weißen allerdings "nicht zufrieden": "Ich hatte einen schlechten Start und verlor bis zu drei Sekunden hinter Villeneuve", klagte Jenson Button. "Nachdem ich ihn überholt hatte war das Auto ziemlich gut." Dennoch war dies "nicht der Weg" wie man die neue Saison "beginnen wollte".

Für Takuma Sato begannen die Probleme an diesem "schwierigen Wochenende" sogar schon im Qualifying, in welchem er aufgrund des plötzlich einsetzenden Regens seinen Wagen zerlegte und deshalb von ganz hinten ins Rennen gehen musste. "Wir waren leider nicht konkurrenzfähig genug und müssen für das nächste Rennen hart daran arbeiten schneller zu werden."

Entsprechend musste auch Teamchef Nick Fry zugeben, dass die Autos nicht jenen Ansprüchen genüge taten, welche sich das Team selbst gesetzt hat. "Unser Technikerteam muss daran arbeiten noch vor dem nächsten Rennen mehr Leistung zu finden. Wir müssen beiden Fahrer das Equipment geben WM-Punkte zu holen."


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