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Formel 1 / Interview

Schon zu oft Zweiter - Kimi Räikkönen

Auch wenn er das Wort Sieg nicht in den Mund nimmt, ist klar, auf welcher Stufe des Podests Kimi Räikkönen bei seinem "Heimrennen" stehen möchte.

Motorsport-Magazin.com - Was macht ein gutes Wochenende in Ungarn aus?
Kimi Räikkönen: Ich bin in Ungarn zu oft Zweiter geworden, daher weiß ich, wie wichtig es ist, das Rennen nach der ersten Kurve anzuführen. DRS hin oder her - auf dem Hungaroring ist es nie leicht, zu überholen. Um das Wochenende erfolgreich zu beenden, muss man in den freien Trainings gute Sessions haben, dann eine starke Qualifying-Session und schließlich einen perfekten Start ins Rennen.

Aber dein einziger Rennsieg gelang dir 2005 von Startplatz vier aus…
Kimi Räikkönen: Ich hatte einen sehr guten Start und war am Ende der ersten Runde Zweiter. Ab da lief alles gut.

2005 hieß der Sieger Kimi Räikkönen. - Foto: Sutton

Wie ist die Atmosphäre?
Kimi Räikkönen: Es ist immer schön, nach Ungarn zu kommen. Der Kurs ist nicht gerade der schwerste von allen, aber es ist eine sehr herausfordernde Strecke, da es dort normalerweise sehr heiß ist, was das Rennen anspruchsvoll macht. Natürlich hat uns die Hitze in diesem Jahr in Bezug auf das Auto immer geholfen, das wird das Ganze für uns also besser machen. Aber nur wenn man gewinnt, leidet man nicht unter der Hitze.

Was sind auf dem Hungaroring die Schlüsselelemente für ein schnelles Auto?
Kimi Räikkönen: Ein schnelles Auto. Es ist ein derart langsamer und geschlungener Kurs, dass zwei Dinge hier wirklich wichtig sind: gut in die Kurve einzubiegen und mit guter Traktion wieder herauszukommen. Wenn man das beisammen hat, dann hat man ein starkes Auto für das Rennen.

Wie stellst du einen guten Start sicher?
Kimi Räikkönen: Natürlich muss man im Qualifying an die Spitze kommen, aber man muss auch die dreckige Seite der Startaufstellung vermeiden. Wenn man sich die Rennen in dieser Saison ansieht, dann scheint es ein wirklicher Nachteil beim Start zu sein, auf der dreckigen Seite zu stehen.

Einige betrachten diesen Grand Prix in gewisser Weise als dein Heimrennen...
Kimi Räikkönen: Ungarn wurde schon mehrfach als der Grand Prix von Finnland bezeichnet. Jedes Jahr kommen viele Finnen an die Strecke und es ist immer schön, die blau-weißen-Flaggen wehen zu sehen.

Es ist immer schön, die blau-weißen-Flaggen wehen zu sehen.
Kimi Räikkönen

Wie sehen deine Gedanken bezüglich Platz zwei in Deutschland aus?
Kimi Räikkönen: Die Punkte waren gut und wir hatten ein starkes Auto. Wir haben wieder einmal gesehen, dass uns wärmere Temperaturen liegen und wir haben in Budapest für gewöhnlich heißes Wetter. Das sollte also gut sein. Natürlich weiß man das nie, bis man mit dem aktuellen Auto auf der Strecke gefahren ist. In Deutschland funktionierte mein Funk nicht richtig und ich hing hinter den beiden Mercedes fest, was mir nicht geholfen hat. Die Leistung der Autos liegt ziemlich dicht beieinander und es ist leichter, auf dem Nürburgring zu überholen als auf dem Hungaroring. Daher müssen wir uns gut qualifizieren.

War es eine Option, den letzten Boxenstopp wegzulassen?
Kimi Räikkönen: Meine Reifen fühlten sich noch ziemlich gut an, als ich zum Wechsel an die Box kam, aber man kann nicht wissen, wie lange sie gehalten hätten oder was im Rennen passiert wäre. Es hat nicht geholfen, dass wir das Problem mit dem Funk hatten, da mich meine Ingenieure nicht hören konnten, auch wenn ich hören konnte, dass sie mir Fragen stellen. Es ist leicht zu sagen: 'Wir hätten dieses oder jenes tun sollen', aber man weiß es nie sicher, wenn man die Strategie nicht ausprobiert. Wir waren dadurch, dass wir an die Box gekommen sind und die weichen Reifen aufgezogen haben, am Ende des Rennens direkt hinter Seb [Vettel]. Aber wenn wir das Ganze etwas anders gemacht hätten, dann wären wir vielleicht leicht vorne anstatt leicht hinten gewesen.

Es wäre schön, mit einem guten Ergebnis im Gepäck in die Pause nach dem Rennen zu gehen.
Kimi Räikkönen

Es war dein bestes Ergebnis in Deutschland. Fühlt es sich besser an als die vorherigen oder macht nur ein Sieg den Unterschied?
Kimi Räikkönen: Natürlich sind wir hier, um zu versuchen, Rennen zu gewinnen. In Deutschland konnten wir das nicht, weil wir nicht schnell genug waren. Aber für das Team war es ein gutes Ergebnis nach ein paar schwierigen Rennen. Wir haben ein paar Punkte auf die Spitze verloren, da Seb gewonnen hat, aber es liegt noch eine lange Saison vor uns und so lange wir uns in einer Position halten können, in der wir zumindest um den ersten Platz kämpfen können, dann können wir es wieder schaffen.

Kannst du in Ungarn einen Platz besser abschneiden?
Kimi Räikkönen: Es macht keinen Sinn, zu spekulieren, ehe man da ist. Hoffentlich erzielen wir das Ergebnis, das wir anpeilen. Es wäre schön, mit einem guten Ergebnis im Gepäck in die Pause nach dem Rennen zu gehen und die Batterien in der Mitte der Saison aufzuladen. Aber vor allem wäre es wichtig, Punkte mitzunehmen.


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