Während die anderen Teams beim Saisonauftakt in Melbourne das erste Rennen des neuen Jahres durchlebten, war HRT als einziges zum Zuschauen verdammt. Pedro de la Rosa und Narain Karthikeyan scheiterten am Samstag an der 107-Prozent-Hürde, nachdem das neue Auto erst kurz zuvor in Australien gelandet war. Der DRS-lose, mit Servolenkungs- und Kühlungsproblemen behaftete F112 war dementsprechend konkurrenzfähig. Das Team hatte nur ein paar Tage Zeit, seine Probleme zumindest ansatzweise in den Griff zu bekommen, schließlich steht der Malaysia GP vor der Tür.

Glaubt man de la Rosa, tritt HRT in Sepang wesentlich stärker auf. "Wenn alles nach Plan läuft, haben wir hier eine gute Chance, uns für das Rennen zu qualifizieren", sagt er. "Es ist nicht nur der Fakt, dass wir hier DRS zur Verfügung haben, was in Australien nicht der Fall war. Es scheint, dass wir die Ursachen für die Probleme mit der Servolenkung gefunden haben, was extrem wichtig ist. Unsere Probleme mit der Kühlung waren nicht so schlimm, aber die größte Herausforderung ist, den Motor zu kühlen, ohne dabei zu viel Downforce einzubüßen."

Nach der Auftaktpleite im Albert Park zeigt sich de la Rosa zuversichtlich, dass es diesmal mit der Rennpremiere für das neu strukturierte Team klappen wird. "DRS allein bringt knapp eine Sekunde", erklärt er. "Das ist eine ziemlich große Hilfe - vor allem dort, wo wir stehen - um sich zu qualifizieren. Die zusätzliche Sekunde könnte den Unterschied machen." Für HRT wäre es besonders gut, am Sonntag antreten zu dürfen, allein schon, um weitere Kilometer auf den F112 zu bringen. Daraus macht auch de la Rosa keinen Hehl.

"Ich bin bis jetzt genau sieben gezeitete Runden mit dem neuen Auto gefahren", sagt der Spanier. "Ich weiß noch so wenig über das Auto und glaube nicht, dass ich dem Team zu dieser Zeit so viel helfen kann. Ich hoffe aber, dass sich meine Ruhe positiv auf die Mannschaft auswirkt. Wir stehen vor einem langen Prozess, über Nacht kann es keine großen Veränderungen geben. Außerdem wissen wir nicht, welche Probleme in den Rennen auf uns zukommen."

Immerhin etwas Positives sieht de la Rosa dann doch an der Nicht-Teilnahme in Australien. "Wir hatten erwartet, dass wir uns dort nicht für das Rennen qualifizieren würden", gibt er zu. "Das konnten wir auch nicht erwarten. Aber richtig enttäuscht wäre ich gewesen, wenn wir im Winter hätten testen können, DRS, Servo und Kühlung hätten in Melbourne funktioniert - und wir hätten uns trotzdem nicht qualifiziert. Diesmal sind wir viel besser vorbereitet und ich denke, dass wir wachsen werden."