Genau blickte die F1-Welt am Freitag auf Ferrari, als in Melbourne die ersten beiden Trainings der Saison 2012 gefahren wurden. Immerhin hatte die Scuderia bei den Wintertests das eine oder andere Problem gehabt und musste nun den Ernstfall proben. Zunächst kam das Team dabei nicht ganz so schlecht weg und auch Fernando Alonso wirkte relativ zufrieden, wobei er nicht allzu viel in den Freitag hinein interpretieren wollte.
"Es war ein ganz normaler Freitag für uns. Wir haben im ersten Training einige Teile am Auto getestet. Einige mussten nach Barcelona noch verifiziert werden, dann gab es noch ein paar neue Teile für dieses Rennen. Alles lief OK, wir holten positive Ergebnisse", sagte Alonso. Er bedauerte allerdings, dass es in beiden Trainings nur wenig Zeit für die Trockenreifen gab, damit war es schwierig, das Programm zu Ende zu bringen. "Uns fehlte der Reifenvergleich zwischen Medium und Soft. Den werden wir wohl morgen nachholen."
Immer das Benzin
Insgesamt wollte er den Freitag dennoch unter gut ablegen, sein Gefühl im Auto erachtete er auch nicht als besonders schlecht. "Das Gefühl war OK, wir haben gute Antworten und ein gutes Gefühl im Auto. Wir hatten auch in Jerez und Barcelona ein gutes Gefühl, wir wissen aber nicht, wie viel Benzin die Anderen fahren", meinte Alonso. Dank der schlechten Wetterbedingungen wollte er noch keine Prognosen zur Rangordnung anstellen, da das Feld auf abtrocknender Strecke gut durchgemischt wurde.

Nur bei einer Sache war er sich sicher, Ferrari ist in Australien nicht unbedingt auf einer Schokoladen-Strecke für den F2012. Deswegen war er auch schon gespannt, wie sich das Auto in einer Woche auf dem völlig anderen Sepang International Circuit verhalten wird. "Hier ist Stop-and-Go, man bremst und beschleunigt. In Malaysia gibt es lange Kurven und man muss die Geschwindigkeit hoch halten."
Realität ist anders als Simulator
Dass Alonso zeitweise recht viel im Auto arbeiten musste, wollte er nicht überinterpretiert wissen, denn die Bedingungen waren nicht die einfachsten. Zudem sind die meisten Geraden in Melbourne nicht wirklich gerade und wenn dann die weißen Markierungen noch dazu etwas feucht sind, kann es durchaus kompliziert werden, sollte man gerade von Intermediates auf Slicks gewechselt haben. "Zudem ist es so, dass wir 500 Runden im Simulator gefahren sind. Dann kommt man her, fährt die ersten Runden im Trockenen und in der Realität gibt es einige Probleme mehr als im Simulator."
Ein anderes Problem ist, dass in Australien der Polesetter in den vergangenen Jahren - mit Ausnahme von 2010, als Sebastian Vettel ausschied - auch immer den Sieg geholt hat. Dementsprechend wichtig wird das Qualifying werden. Aber auch dazu wollte Alonso keine Prognosen abgeben. "Wenn ich das wüsste, sollte ich den Job wechseln", meinte er. Ein bisschen spekulieren wollte er dann aber doch. "Es ist im Moment schwer zu sagen. Die Top-Teams sind immer Favorit, also Red Bull, McLaren, Ferrari und Mercedes sollten diejenigen sein, die jeder auf Pole erwarten sollte. Sauber ist bei den ersten Rennen aber auch interessant und Force India war heute recht schnell. Aber McLaren und Red Bull sollten es wohl machen."

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