Du bist so braun, wo hast du denn trainiert?
Timo Glock: Ich bin seit Samstag hier und hatte mein Rennrad dabei. Hab ein paar Kilometer abgespult. Allerdings bin ich leider am Dienstag krank geworden. Es ist zwar nur eine Erkältung, die ich mittlerweile wieder ganz gut in den Griff bekommen habe, aber es war natürlich schade, denn sonst hätte ich noch mehr fahren können.
Fühlt es sich nicht merkwürdig an, die Vorbereitung auf zwei anstatt vier Rädern zu bestreiten?
Timo Glock: Es ist natürlich nicht optimal und auch nicht gewollt, aber es gab mir die Möglichkeit, mich noch besser vorzubereiten. Aber natürlich ist es schade, dass wir nicht mehr Zeit auf der Teststrecke verbringen konnten. Es hat uns in eine sehr schwierige Situation für erstes Rennen gebracht.
Welche Aussagen kannst du nach Silverstone treffen?
Timo Glock: Das Gute war, dass wir Null Probleme mit dem Getriebe oder einem sonstigen Teil hatten. Es hat über die zwei Tage alles sehr gut funktioniert, vor allem von Seiten der Kühlung her, die sehr, sehr, sehr gut war, genau wie wir es wollten. Ein Gefühl für das Auto zu beschreiben ist schwierig. Die Demo-Reifen machen es nicht leichter, denn das Gefühl ist auf jedem Satz anders. Vor allen stehen sie in keinem Vergleich zu den Reifen, die wir sonst normal benutzen.
Gibt es einen gefühlsmäßigen Anhaltspunkt, wie viel langsamer die Demo-Reifen sind?
Timo Glock: Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Wir sind zudem die Kurzanbindung gefahren, dadurch hatten wir auch keine Referenz. Das Positive allerdings war, dass wir extrem viel Wind hatten und das Auto hat sich gut und stabil angefühlt. Das war ja letztes Jahr unser großes Problem und das scheinen wir in den Griff bekommen zu haben.
Der Freitag in Melbourne verspricht ja anhand des Wetters auch keine große Kilometerzahl...
Timo Glock: Es soll anscheinend morgens nass sein und am Nachmittag trocken. Wind stört mich dann eigentlich nicht. Aber es wäre natürlich ungünstig, wenn wir erneut nicht viele Kilometer im Trockenen fahren könnten, dann wird es natürlich umso schwerer. Wir müssen uns für das Rennen qualifizieren und wir haben keine Ahnung, wo wir im Vergleich zu den anderen stehen. Es kann sein, dass wir ganz locker in die 107-Prozent hineinkommen, vielleicht müssen wir aber auch Samstagabend zusammenpacken. Vor allem wird es dieses Jahr noch schwieriger, weil die Reifen dichter beieinander liegen, daher müssen wir abwarten.
Hofft ihr im Zweifelsfall auf eine Ausnahme? HRT durfte letztes Jahr ja nicht starten.
Timo Glock: Wir müssen sehen, ich denke nicht, dass wir eine Sonderregelung bekommen. Vielleicht, wenn wir nur eine Zehntel weg sind, aber das wird der Samstag zeigen.

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