Mit einer Zeit von 1:22.446 Minuten belegte Paul di Resta bei seinem persönlich letzten Testtag vor dem Saisonstart der F1 in Australien den fünften Rang auf dem Zeitentableau. Anschließend sprach der Force-India-Pilot von einem soliden Test. "Es war ein vernünftiges Programm und gut, ein bisschen einen Eindruck davon zu kriegen, wie sich das Auto bei einer Rennsimulation verhält und wo wir allgemein stehen", erklärte der Schotte. "So sieht man, was es noch zu tun gibt und kann etwaige Probleme gleich von vornherein identifizieren, etwa mit der Balance oder woran wir noch arbeiten müssen."

"Ich bin sicher, die Jungs werden das über Nacht angehen und sehen, was sie machen können, bevor Nico morgen übernimmt", erklärte Di Resta, der hoffte mit seinem Feedback den Standard vor dem vierten und letzten Tag in Barcelona noch einmal etwas nach oben zu schrauben, bevor die Mechaniker schließlich zusammenpacken und nach Melbourne fliegen. Für ihn habe daher am Samstag auch die exakte Evaluierung der Pirelli-Pneus auf dem Programm gestanden. "Die Reifen sind sehr unterschiedlich und man will ja wissen, mit welchen Mischungen man im Rennen dann am besten fährt. Genau das herauszufinden, haben wir versucht", stellte der Ex-DTM-Meister klar.

Ernstfall geprobt

Nichts dem Zufall überlassen: Auch die Force-India-Crew musste in Spanien ran, Foto: Sutton
Nichts dem Zufall überlassen: Auch die Force-India-Crew musste in Spanien ran, Foto: Sutton

"Andere Teams sind es vielleicht mit einer anderen Strategie angegangen, aber wichtig ist nur, dass man es versteht und sicherstellt, dass man sieht, wie man sich verbessert - und zwar mit den Werkzeugen und dem Auto, das einem dafür eben gerade jetzt zur Verfügung steht", so Di Resta. Einen Ausblick auf den aktuellen Leistungsstand seines Teams wollte der Schotte aber nicht geben. "Ich bin mir nicht so sicher, ob wir das Mittelfeld wirklich anführen. Es gibt da einige Teams, die sehr gut aussehen - Sauber zum Beispiel. Bevor wir nicht nach Melbourne kommen und alle Teile am Auto haben, ist es schwierig das zu sagen."

"Melbourne ist ohnehin immer ein bisschen anders, weil es ein halber Straßenkurs ist - mit Blick auf unsere Singapur-Performance hoffe ich aber, dass es dort so weitergeht", erinnerte sich Di Resta mit einem Lächeln an seinen starken Auftritt im nächtlichen Stadt-Grand-Prix 2011. "Im Moment ist alles vollkommen offen, deswegen werde ich nicht zu viel sagen und schon gar keine Prognosen abgeben, denn die Variation der Leistung verschiedener Leute ist von Zeit zu Zeit sehr groß. So ist es im Moment einfach noch und ich denke, diese Meinung teilen alle im Fahrerlager", glaubte der 25-Jährige.

Chefingenieur Jakob Andreasen meinte: "Wir konzentrieren uns mittlerweile vornehmlich auf die Rennvorbereitung, um sicherzustellen, dass wir voll bei der Musik sind, wenn es losgeht." Man habe daher nicht nur eine Renndistanz, sondern ein ganzes Rennwochenende simuliert. "Das beinhaltete unter anderem auch Boxenstoppübungen für die Crew", so der Force-India-Mann. "Es geht einfach darum, dass jetzt jeder im Team den Winterrost abschüttelt - denn wenn es das nächste Mal soweit ist, dann geht es schon richtig um etwas", motivierte Andreasen seine Mannen.