"Es fühlte sich gut an, zum ersten Mal da draußen zu sein und nach so einem langen Winter auf die Strecke zu gehen. Meine ersten Eindrücke waren recht gut", resümierte Lewis Hamilton am Donnerstagabend in Jerez, nachdem er seinen ersten Testtag im neuen McLaren hinter sich gebracht hatte. Der Brite hatte den vierten Tagesrang belegt und war wie schon sein Teamkollege Jenson Button an den beiden Tagen zuvor solide durch sein Programm gefahren und hatte einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. Das Gefühl hatte er auch selbst, nachdem er aufgrund von Buttons Zeiten an den Vortagen nicht genau wusste, wie die Lage nun aussieht. Er konnte aber mit neuen Reifen guten Grip finden.
"Jedes Jahr kommt man an und weiß nicht, was man erwarten soll, aber man hofft immer auf eine gute Basis für den Start, von der aus das Team etwas aufbauen kann. Ich denke, nach heute fühle ich mich recht positiv darüber, wo das Auto steht und ich bin zuversichtlich, dass die Jungs es noch weiterbringen", sagte Hamilton. Böse Überraschungen hatte er im Gegensatz zum problematischen Testauftakt im Vorjahr keine erlebt, dafür eine angenehme, denn das Auto fühlte sich für ihn einigermaßen schnell an. Die Unterschiede zum Boliden von 2011 merkte aber auch er sofort, da das Heck ohne angeblasenen Diffusor weit instabiler ist, besonders in schnellen Kurven.
Ein paar kleine Dinge
"Wir müssen diesen Grip nun anderswo finden oder zumindest von der Front etwas Grip wegnehmen und ihn aufs Heck verlagern", erklärte er. Ungeachtet dessen fand er die Basis des Autos gut und auch die Reifen von Pirelli gefielen ihm, da sie seiner Ansicht nach etwas griffiger sind als voriges Jahr. Als einziges Problem von McLaren erachtete er bislang, dass der Simulator nicht richtig eingestellt war. "Es gibt ein paar kleine Dinge, die wir im Auto haben. Keine echten Probleme, es ist beim Fahren mit den Reifen und allem einfach anders. Ich habe im Simulator getestet und es ist etwas anders als dort. Wir werden den Simulator an das anpassen, wie es in Wirklichkeit ist."
Anpassen muss McLaren auch noch das Setup des Autos, denn wirklich vorhersehbar war das Verhalten noch nicht. "Es gibt viele Test-Dinge, die wir durchgehen. Es fühlt sich wie eine Evolution des Vorjahres-Autos an, aber es gibt auch einige Dinge, die nicht so gut sind. Der Abtrieb am Heck ist beispielsweise in schnellen Kurven nicht so gut wie voriges Jahr, aber das holen wir sicher wieder zurück. Das Auto ist dieses Jahr aus irgendeinem Grund beim Bremsen besser. Der Kurveneingang scheint auch recht gut zu sein", hielt er fest. Von der Konkurrenz waren ihm bislang Red Bull und Lotus aufgefallen, die er beide für stark hielt. "Man weiß nie, wie viel Benzin die Leute fahren. Ich denke, wir waren mit unseren Benzinladungen recht aggressiv."
Kein Wettbewerb
Allgemein sind die Tests für Hamilton aber ohnehin kein Wettbewerb, bei dem es erste, zweite oder dritte Plätze zu verteilen gibt. "Man muss daran denken, dass heute jeder nur auf sein Programm schaut. Es geht momentan nicht darum, wer am schnellsten ist. Wir versuchen einfach nur, viel zu fahren und Dinge zu testen. Der Ferrari zeigt bislang noch nichts; Red Bull sieht natürlich schnell aus - wie üblich - und wir sind dran. Aber in den kommenden Wochen werden wir eher sehen, wo jeder steht."

diese Formel 1 Nachricht