Eine durchwachsene Saison liegt hinter Lewis Hamilton. Zwei Ausfälle stehen auf dem Konto des leidgeprüften Briten. Einer davon in Kanada, als er in Teamkollege Button rauschte. Ein zweiter in Belgien, nachdem Hamilton Kobayashi überholte und nicht mit einem Gegenangriff rechnete.
Auch das Strafenregister fällt nicht zu knapp aus. 20-Sekunden-Strafe in Australien, nachdem Hamilton im Duell mit Alonso zu oft die Spur gewechselt hatte. Nach zwei Kollisionen in Monaco folgten eine Durchfahrtsstrafe und nach Rennende sogar eine 20-Sekunden-Zeitstrafe. In Ungarn dann erneut eine Durchfahrtsstrafe, als Hamilton nach einem Dreher beim Zurückkehren auf die Strecke Paul di Resta den Weg abschnitt.
Das schlimmste Wochenende der Karriere
Der tiefste Punkt war laut Hamilton Monaco. Dort platzte ihm endgültig der Kragen, als er die Frage, warum er denn in letzter Zeit so oft bestraft worden sei, mit "vielleicht weil ich schwarz bin" beantwortete. Mit einer Entschuldigung konnte Hamilton jedoch schwerwiegende Folgen verhindern. Darüber hinaus erlebte der 26-Jährige auch gefühlsmäßig eine Achterbahnfahrt. Er kämpfte nach der Trennung von Freundin Nicole Scherzinger mit persönlichen Problemen. "So etwas beeinflusst alles, was du tust - wie du reagierst, wie du dich verhältst: Sie stehen im Weg", so ein geknickter Hamilton.
Schadensbegrenzung durch regelmäßiges Punkten
Dennoch ist die allgemeine Saisonausbeute nicht zu schlecht. Obwohl drei Siege und drei zweite Plätze den Ansprüchen des Weltmeisters von 2008 kaum genügen können. Immerhin konnte der Brite regelmäßige Punkte sammeln. Rückendeckung bekam der McLaren-Fahrer nicht nur von Teamchef Martin Whitmarsh.
David Coulthard sieht die Schuld für Hamiltons mäßiges Auftreten nicht nur bei den Medien: "Er denkt, dass er der beste Fahrer der Welt ist, und McLaren gibt ihm im Moment kein konstant siegfähiges Auto. Das frustriert ihn." Fernando Alonso ist hingegen voll des Lobes für Hamilton: "Er hatte dieses Jahr keine Super-Saison, wer weiß, ob das an den Pirelli-Reifen oder dem angeblasenen Diffusor lag, das Fahren hat sich verändert."
Das andauernde Aufeinandertreffen mit Felipe Massa zog sich hingegen wie ein roter Faden durch die Saison 2011. Vier Jahre nachdem der Brite im WM-Finale von São Paulo dem Brasilianer den Titel in der letzten Kurve vor der Nase wegschnappte, ließ die große Anziehungskraft nicht nach.
Sie trafen in Monaco im Freien Training und Rennen aufeinander, im Qualifying und Rennen von Singapur, sowie in den Rennen von Japan und Indien. Während Massa die Schuld klar bei Hamilton sah, entschuldigte sich Letzterer einfach. Er habe Massa aufgrund der bei hohen Geschwindigkeit vibrierenden Spiegel nicht richtig erkennen können.
Der Sieg in Abu Dhabi ist für Hamilton ein erster Schritt, der ihn mit Hoffnung erfüllt. Konzentriert auf das Wesentliche blickt Hamilton nun nur noch nach vorne: "Ich werde versuchen, die Dynamik mit nach Südamerika zu nehmen und muss mit dem Kopf beim Rennen Fahren bleiben."

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