Abflüge jenseits der 300 km/h kommen in der Formel 1 vor - und gehen zum Glück meist glimpflich aus. Die F1 ist bestrebt, den Sport so sicher wie möglich für alle Beteiligten zu machen, um tragische Unfälle aus der Vergangenheit künftig zu vermeiden. Sebastian Vettel begrüßt dies. "Ich denke, dass wir uns heutzutage sehr glücklich schätzen können, in sehr sicheren Autos im Vergleich zur Vergangenheit sitzen zu können", so der Red-Bull-Pilot.

Der Motorsport der Gegenwart unterscheide sich laut Vettel in einem wesentlichen Detail. "Ich denke, dass man heute viel mehr am Limit fährt als früher", glaubt Vettel. In früheren Tagen hätten die Fahrer gewusst, dass sie mit ihren Autos nur ein bis zwei Mal ans Limit hätten gehen können - andernfalls wäre der Ausgang offen gewesen. "Wenn das nicht klappte, wusste man nicht, was passieren würde", meint Vettel. "Man konnte nicht sicher sein, überhaupt wieder aus dem Auto auszusteigen."

Deshalb ist Vettel der Ansicht, dass eine gewisse Angst unter den Piloten stets mitgefahren sei. Dies sei in der aktuellen Formel 1 nicht mehr der Fall. "Es ist gut, die Angst zu verlieren", ist der 24-Jährige überzeugt. "Aber was man nie verlieren darf, ist der Respekt. Wir gehen alle gelegentlich über das Limit und alle von uns haben bereits erfahren, wie es sein kann, wenn man abfliegt." Von zwei Trainingsunfällen in der Türkei und Montreal einmal abgesehen, blieb Vettel in dieser Saison von Unfällen verschont. "Das Gefühl ist nie angenehm - und man wird es nie vergessen", so der Heppenheimer.

Kein Fahrer würde sich laut Vettel mit dem Gefühl ins Auto setzen, dass nichts passieren kann. Das Fahren im Grenzbereich sei etwas, das man immer wieder bewältigen müsse. "Das funktioniert aber leichter als in der Vergangenheit", fügt Vettel hinzu.