"Wir sind eben nicht das beste Team und haben nicht das beste Auto, so ist es nun einmal", stellte Nico Rosberg am Donnerstag auf dem Nürburgring fest. Noch ist Mercedes GP eben nicht das Siegerteam, dass es gerne wäre, aber trotzdem ist die Motivation für das Heimrennen groß - auch bei Rosberg. "Es ist wichtig, Fortschritte zu machen, die Lücke zu den Top-Teams zu verkleinern und für nächstes Jahr dazuzulernen", betonte er.

Nach dem Update von Silverstone wird Mercedes GP in Deutschland noch ein paar Teile nachschieben. "Ich hoffe, es geht jetzt in die richtige Richtung und wir schließen die Lücke zu den Jungs vorne. Das wäre schön. Natürlich ist der Abstand groß und das geht nicht über Nacht, aber Schritt für Schritt machen wir das", erklärte Rosberg, der sich für sein Heimrennen klarerweise ein gutes Ergebnis wünschte. Aber auch so fand er es schon toll, als Deutscher auf dem Nürburgring im Silberpfeil zu sitzen.

Das durfte er am Donnerstagvormittag bereits auf der Nordschleife erleben, als er mit Juan Manuel Fangios Mercedes aus dem Jahr 1954 fahren konnte, mit dem der Argentinier den ersten Mercedes-Sieg auf der berühmten Strecke einfuhr. "Das war ein gigantisches Erlebnis, aber es ist auch verrückt, damit im Regen und ohne Leitplanken um die Nordschleife zu fahren - aber hallo", sagte er.

Rosberg im alten Fangio-Silberpfeil, Foto: Sutton
Rosberg im alten Fangio-Silberpfeil, Foto: Sutton

Das Gefühl im alten Mercedes war ganz eigen, denn das Lenkrad war riesig und die Pedale lagen sehr weit auseinander, weil Rosberg ein riesiges Getriebe zwischen den Beinen hatte. "Ein Fuß war ganz rechts außen und der andere ganz links außen. Gas und Bremse lagen am einen Ende und die Kupplung auf der anderen Seite. Es gab auch keine Sicherheitsgurte, man sitzt komplett aus dem Auto heraußen", wunderte sich Rosberg.

Neben dem klassischen Mercedes durfte er auch in einem SLS herum düsen und sog dabei die Atmosphäre auf - wobei er zugab, im alten Auto mehr Spaß gehabt zu haben. Da der Nürburgring so viel Geschichte bietet, fände er es auch schade, sollte die Formel 1 in Zukunft wirklich nicht mehr kommen. "Es ist eine tolle Rennstrecke und ich hoffe, dass sie uns erhalten bleibt", meinte er. "Der Nürburgring war immer eine großartige Strecke, sie gehört in den Kalender."