Die große Frage vor jedem Rennen: Hat Red Bull sein schwächelndes KER-System in den Griff bekommen oder nicht? Bei jedem Rennen sorgte das Hybrid-System für Probleme bei Sebastian Vettel oder Mark Webber. Beim vergangenen Rennen in Shanghai etwa setzte der Zusatz-Boost bei Vettels Start aus, was den amtierenden Weltmeister den Sieg gekostet haben könnte. Bei Webbers erstem Podestplatz schien das System hingegen funktioniert zu haben.

Vor dem Auftakt des vierten Saisonrennens in der Türkei hatte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko schließlich Entwarnung gegeben und verkündet, dass KERS im RB7 zuverlässig funktionieren würde. Webber war jedoch anderer Meinung und meldete, dass das System auch nach der dreiwöchigen Pause noch nicht völlig ausgereift sei. "Wir sind noch nicht aus dem Gröbsten heraus", erzählte der Australier auf der offiziellen F1-Homepage.

Glaubt man Webber, sieht es nicht danach aus, als ob das KERS beim Türkei GP optimal funktionieren würde. "Sagen wir, dass wir bei 70 Prozent stehen. Hoffentlich haben wir für die nächsten paar Rennen alles bereinigt", so Vettels Teamkollege. Zwar würden die Ingenieure in Milton Keynes mit Hochdruck am KERS arbeiten, doch diese Aufgabe bräuchte eine gewisse Zeit.

Dass Red Bull auf den Hybrid-Antrieb angewiesen ist, um die Weltmeisterschaft zu verteidigen, dessen ist man sich bewusst. Star-Designer Adrian Newey gilt zwar nicht als KERS-Anhänger, weil es die Aerodynamik eines Autos recht stark beeinflusst, doch die Notwendigkeit erkannte auch er. "2009 war es noch möglich, die WM ohne KERS zu gewinnen", gab Newey an. "Jetzt funktioniert das nicht mehr."