Nach den unbefriedigenden Resultaten der vergangenen Winter-Testfahrten hatte McLaren reagiert und sich im Werk noch einmal ans Zeichenbrett gesetzt. Vor allem das Abgas-System hatte in den vergangenen Wochen immer wieder arge Probleme bereitet, deshalb hatten die Briten für den Australien-GP eine laut Teamchef Martin Whitmarsh simplere Lösung im Gepäck. Die Änderung scheint sich bezahlt zu machen: Am Ende des 2. Freien Trainings in Melbourne landeten beide McLaren-Boliden auf den ersten beiden Plätzen.
Lewis Hamilton, der sich hinter Jenson Button einordnete, scheint das Outfit des MP4-26 zu gefallen. "Das Auto fühlt sich besser an, aber ich will nicht zu sehr über die Performance der anderen Teams nachdenken. Wir haben den Tag damit verbracht, uns auf unser eigenes Programm zu fokussieren", so der Brite. Was Hamilton - und einigen anderen Fahrern - auffiel: Der Verschleiß der neuen Pirelli-Reifen scheint nicht so stark zu sein, wie man es erwartet hatte.
Für den Renn-Sonntag gab sich der Weltmeister von 2008 zuversichtlich. Bislang gehört McLaren nicht zum Kreis der Top-Favoriten auf den Sieg, doch Punkte sollten laut Hamilton schon im Bereich des Möglichen liegen: "Hoffentlich können wir ein paar Punkte sammeln - ich habe ein positives Gefühl. Das Grip-Niveau fühlte sich heute wie ein großer Schritt nach vorn an. Wir wissen nicht, wie viel Benzin die anderen an Bord haben, aber unser Auto fühlt sich im Vergleich zu den vergangenen Wochen viel besser an."
Whitmarsh hatte zuletzt betont, dass mit den Technik-Änderungen so kurz vor dem F1-Auftakt ein gewisses Risiko einher gehe - schließlich konnte man die neuen Teile nicht mehr testen. Doch die Befürchtungen haben sich offenbar nicht bewahrheitet. "Wir haben einen nagelneuen Unterboden und ein komplett neues Abgas-System. Es ist immer positiv, wenn man neue Teile mit an die Strecke bringt und sieht, dass sie so funktionieren, wie erwartet", freute sich Whitmarsh.
Man habe anhand der Trainings-Performance die Verknüpfung zwischen Simulator-Tests und der Rennstrecke gesehen. "Wir sind auf den Weg in die richtige Richtung und wir hoffen, damit weiter machen zu können und über Nacht weitere Verbesserungen zu finden."



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