Die Formel 1 lebt in Schrecken: Seit dem ersten Testtag mit den neuen Autos und den neuen Pirelli-Reifen in Valencia kursieren Horrorstories im Fahrerlager. So sollen selbst die harten Reifen binnen weniger Runden so stark abbauen, dass die Fahrer drei bis fünf Sekunden pro Runde verlieren. Keiner der Reifensätze soll länger als 20 Runden halten.
Im Laufe der Tests beruhigte sich die Lage um die Pirelli-Reifen, doch das Thema blieb heiß: Immer wieder klagten Fahrer über die italienischen Pneus. "Die Reifen bauen nach 10 bis 16 Runden ab und eine GP-Distanz beträgt 60 bis 70 Runden", klagt Weltmeister Sebastian Vettel. Das sei eine einfache Rechnung: "Ein Stopp ist unmöglich und zu diesem Zeitpunkt scheint das auch für zwei Stopps zu gelten." Vettel rechnet deswegen mit drei oder vier Boxenstopps bei den ersten Rennen.
Bestätigt werden seine Worte von Lewis Hamilton: "Man fährt wie auf einer Out-Lap - sehr langsam und nicht besonders aufregend. Es hat sich wirklich nicht so angefühlt, als würde man ein Rennen fahren." Eine härtere Mischung schafft keine Abhilfe. "Die harten Reifen bauen genauso schnell ab wie die weichen", lässt Fernando Alonso keine Illusionen offen.
Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Die Italiener unternahmen auf Grundlage der ersten Testergebnisse Simulationen für alle Rennen und kamen zu dem Ergebnis, dass kein Team mehr als drei Stopps benötigt hätte. Hembery: "Wenn man bedenkt, dass der Reifenabbau höher war als man bei warmen Bedingungen erwarten würde, bedeutet dies, dass viele der alarmierenden Geschichten von vier oder fünf Boxenstopps wohl nicht wahr werden und sogar falsch sind."
Selbst bei sehr starkem Reifenabbau seien drei Boxenstopps möglich. Genau das habe sich Pirelli von vorneherein vorgenommen, um die Show zu verbessern. "Wir haben ein Rennen simuliert und gesehen, wer gewonnen hat", so Hembery, der den Sieger nicht verraten wollte. "Aber es war viel enger, als man denken würde." Gleichzeitig habe es 50 bis 60 Überholgelegenheiten gegeben, weil die hinteren Fahrzeuge eine andere Reifenstrategie hatten.



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