Nach dem ständigen Aufwärtstrend der vergangenen Jahre hat Force India nicht vor, sich in der Saison 2011 mit Stagnation oder gar einem Rückschritt zufrieden zu geben. Viel mehr orientiert sich der Rennstall weiter nach vorne und hat bei der Vorstellung seines neuen Autos am Dienstag klar die Top Fünf in der Konstrukteurs-Wertung als Ziel ausgegeben. Team-COO Otmar Szafnauer meinte dazu: "Voriges Jahr waren wir starker Siebter, nachdem wir lange Sechster waren. Wir wollen immer besser werden. Die Ziele sind höher gesteckt als voriges Jahr und wir wollen Platz fünf in der WM. Damit wir das schaffen, müssen wir von Beginn an Punkte holen und das die ganze Saison bis zum Ende durchhalten."

Um diese hohe Gangart auch durchzuhalten, setzt das Team auf ein aggressives Entwicklungsprogramm. "Wenn alles gut läuft und wir in guter Position sind, dann könnten auch ein oder zwei Podeste drin sein", sagte Szafnauer. Trotzdem war ihm bewusst, dass es hart wird, gegen die großen Rennställe an der Spitze zu bestehen, da sie teilweise doppelt so viel Personal und viel mehr Ressourcen haben. "Wir wissen, wo wir stehen. Aber wir kennen unsere Abläufe und Prozesse und wir arbeiten gut zusammen. Wir wissen, was zu tun ist. Vielleicht zielen wir etwas hoch, aber wir wollen einfach mehr erreichen."

Aggressive Entwicklung

Dennoch, die Luft wird nach vorne hin immer dünner und schon im Vorjahr war es im vorderen Mittelfeld ein harter Kampf für Force India. "Wir werden gegen Teams mit mehr Leuten und mehr Ressourcen antreten. Der fünfte Platz ist aber erreichbar und wenn alles gut läuft auch Podeste. Wir haben einen aggressiven Entwicklungsplan, der ab Europa in die Tat umgesetzt wird und die ganze Saison weiterläuft", betonte Szafnauer. Den Abgang wichtiger technischer Mitarbeiter wird Force India nach seiner Meinung verkraften, da die Technikabteilung genug Stärke und auch Tiefe hat.

"Leute, die lange dabei waren, sind nun befördert worden. Wir haben ein gutes mechanisches Paket entworfen, es ist eine Evolution des Vorjahres. Wir arbeiten hart am Aerodynamik-Paket und haben das Aerodynamik-Personal aufgestockt. Wir haben eine Gruppe geschaffen, die 24/7 im Windkanal arbeitet. So sollten wir mithalten können. Es ist natürlich nie gut, wenn altgediente Mitarbeiter gehen, aber so ist das Spiel", sagte Szafnauer. Eine Erleichterung ist für Force India die Kooperation mit McLaren und mit Mercedes. Da das Getriebe und die Hydraulik von McLaren kommen, kann sich das Team vermehrt auf Aerodynamik und Mechanik konzentrieren. "Dadurch sind wir stärker. Das Hydraulik-System und das Getriebe sind zudem sehr zuverlässig, das hilft uns dabei, Rennen zu beenden und Punkte zu holen."

Besser mit Renault mithalten

Wer die direkte Konkurrenz im kommenden Jahr sein wird, konnte Szafnauer relativ einfach eingrenzen. Er ging davon aus, wieder gegen Williams und Renault zu kämpfen. "Williams hat uns um einen Punkt geschlagen und Renault war etwas weiter vor uns. Wir wollen Williams besiegen und besser mit Renault mithalten." Für den angestrebten fünften Konstrukteurs-Rang dürfte das auch notwendig sein.