Bei Adrian Sutil herrschte am Samstag in Brasilien Frust. Einerseits ärgerte es ihn, dass er in Q1 ausgefallen war, andererseits war er etwas böse auf seinen Teamkollegen Tonio Liuzzi, der ein wenig fragwürdig agiert hatte. Es ging damit los, dass das Auto schon am Morgen im Nassen nicht richtig lief und er keinen Grip hatte. Bis zum Qualifying wurde dann einiges geändert, unter anderem der Reifendruck, doch die Rundenzeiten wurden nicht besser. "Es ist frustrierend. Wir hatten die gleichen Bedingungen wie voriges Jahr, damals war ich Dritter und jetzt scheitere ich an Q1. Ich hatte absolut keine Chance", sagte Sutil.
Er merkte, dass er keinen Grip hatte und sich das Auto zu viel bewegte. Daher hatte er viel Übersteuern und es fehlte das Vertrauen in den schnellen Kurven. "Das war bis jetzt selten der Fall. Man kann es nicht ändern, aber es ist schade, dass es heute nicht geklappt hat", meinte er. Noch ein wenig mehr zog es Sutils Mundwinkel aber wegen Liuzzis Verhalten nach unten. Denn der Italiener war ihm nicht nur ein Mal in die Quere gekommen, sondern mehrmals. "Zwei Mal, eigentlich drei Mal, hat er mir die Runde versaut. Er hat mich mutwillig abgedrängt und wollte mich nicht vorbeilassen. Er hat mich dann auch einmal zurücküberholt. Ich weiß nicht, was da vorging. Manchmal scheint er durchzudrehen."
Komische Aussetzer
Daher fand er, dass es durchaus Gesprächsbedarf gebe, da das Verhalten Liuzzis lächerlich sei und so etwas in einem professionellen Team nicht vorkommen dürfe. "Ich weiß nicht, manchmal hat er komische Aussetzer. Lassen wir es einfach dabei. Ich hatte danach keine zweite Chance. Ich fand es später schwieriger, den Reifen hinzukriegen. Die Strecke war trockener und ich hatte schon nach zwei Runden Graining, da haben sich die Reifen aufgelöst. Ich glaube, im ersten Run wäre mehr drin gewesen. Umso schlimmer, dass es da mit dem eigenen Teamkollegen so ablief", sagte Sutil.
Allgemein musste er bedauern, dass es bei Force India nicht so gut vorwärts gegangen war wie bei anderen Teams. Zwar wurde und werde auch dort viel entwickelt und es gebe jedes Rennen etwas Neues, doch das funktioniere nicht immer so, wie es sollte. "Vielleicht gewinnen wir nur ein bisschen dazu, wogegen andere große Schritte machen. Ich weiß auch nicht so genau. Das heute war natürlich ein Tiefschlag. Ich hätte im Trockenen besser aussehen können, aber ich glaube nicht, dass mehr als Platz 13 oder 14 drin gewesen wäre. Das ist ein konstanter Trend, der besteht schon seit vielen Rennen", erklärte er. Wo Zeit verloren wird, war für ihn leicht festzustellen: es fehle einfach an Abtrieb, immer in den gleichen Sektoren sei Force India schwach, wobei das zu Beginn des Jahres nicht das Problem war.
Mehr Abtrieb geht nicht
"Das Auto war leichter zu fahren und hat mehr gepasst. Die Konkurrenz war nicht so stark und wir waren besser und weiter vorne. Da kommt man dann automatisch in Q3 rein." Nun fehlt es aber in den schnellen und mittleren Kurven, eben dort, wo der aerodynamische Abtrieb wichtig ist. "Das Problem ist, dass wir aktuell nicht mehr draufmachen können. Wir haben schon überall maximalen Abtrieb und das reicht nicht", meinte Sutil. Auf den Geraden und in den Bremszonen gibt es dafür keine Probleme, auch die Balance passe, doch das reiche eben nicht. Dass meist zwischen drittem Training und Qualifying noch Leistung verloren zu gehen scheint, war derweil für ihn leicht nachvollziehbar. "Wenn man intelligent darüber nachdenkt, ist das einfach nachzuvollziehen. Die Anderen fahren wohl schwerer am Morgen als wir. Das ist mir schon aufgefallen und das ist auch eindeutig."

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