Einen erfreulichen Tag erlebte das Team von Peter Sauber. Kamui Kobayashi und Nick Heidfeld behielten im Chaos von Korea die Nerven und den Überblick. Kobayashi beendete das Rennen auf dem achten Platz und hatte in den letzten Runden noch eine kleine Kollision mit Adrian Sutil. Der Deutsche verlor beim Überholversuch die Kontrolle über seinen Force India und touchierte den Sauber. Die Radaufhängung des Japaners hielt jedoch stand.

"Es war ein seltsamer Renntag mit der Verzögerung und dem Start hinter dem Safety Car", sagte Kobayashi. "Aber für mich war es in Ordnung, das so zu lösen. Anfangs konnte ich hinter dem Safety Car rein gar nichts sehen. Schlechte Sicht und ein Mangel an Grip waren heute die Hauptprobleme. Nachdem wir nach 19 Runden, als das Safety Car wieder unterwegs war, auf Intermediates gewechselt hatten, war es erst einmal schwierig damit, es war sehr rutschig. Als mich später Adrian (Sutil) angriff, bin ich auf der Innenbahn geblieben, ich habe die Seite nicht gewechselt. Ich habe ihn im Spiegel gesehen und hatte den Eindruck, er könnte nicht bremsen oder so etwas. Wir haben uns jedenfalls berührt, aber zum Glück war mein Auto nicht zu stark beschädigt, und ich konnte weiterfahren. In den letzten Rennrunden fand ich die Sicht wieder sehr, sehr schlecht. Diesmal nicht wegen Gischt, sondern aufgrund der Dunkelheit."

Heidfeld wechselte früh auf die Intermediates und hatte in den letzten Runden zu kämpfen. Die Hinterreifen des Deutschen waren am Ende schon komplett abgefahren. "Ich bin froh, dass wir wieder Punkte geholt haben", sagte Heidfeld. "Es war heute nicht einfach, den Überblick zu behalten. Ich denke, es war die richtige Entscheidung, den Start hinauszuzögern. Vorher war die Sicht absolut null. Nachdem wir auf die Intermediates gewechselt hatten, was im Nachhinein zu früh war, war es nicht einfach, auf der Strecke zu bleiben, aber es war machbar, und dann wurden die Bedingungen besser. Nach so vielen Runden und auf der abtrocknenden Strecke waren die Reifen am Ende natürlich hinüber, aber ich denke, das Problem hatten andere auch. Ich konnte mich gegen Adrian (Sutil) nicht richtig verteidigen, weil ich ihn in meinen völlig verdreckten Spiegeln gar nicht sehen konnte. Ich wusste aus dem Funkverkehr, dass er da irgendwo hinter mir sein musste, aber sehen konnte ich ihn erst, als er neben mir war. Für mich war die Sicht in der Dämmerung am Ende grenzwertig, aber gerade noch okay."

Etwas enttäuschend war natürlich, dass man trotz der sechs WM Punkte gegen die direkten Konkurrenten in der Konstrukteurswertung keinen Boden gutmachen konnte. "Leider Gottes haben wir Boden verloren auf Force India und Williams", sagte Beat Zehnder. "Aber beide Autos in den Punkte zu haben ist wichtig. Wenn man unmittelbar hinter den Punkterängen startet, kann man sich schon Hoffnungen auf die Punkte machen. In der Regel sind wir im Rennspeed besser."

Sutil beim Überholversuch gegen Kobayashi, Foto: Sutton
Sutil beim Überholversuch gegen Kobayashi, Foto: Sutton

James Key gestand nach dem Rennen ein gewisses Risiko ein beide Fahrer so früh an die Box geholt zu haben. Das Kalkül des Briten ging dabei nicht ganz auf. "Nicht ganz überraschend war es angesichts der Bedingungen ein ereignisreiches Rennen, auch deshalb, weil wir nicht wussten, wie sich die Regenreifen auf dieser neuen Strecke verhalten würden", sagte Key. "Es war richtig, den Start zu verschieben und dann hinter dem Safety Car zu starten. Wir sind ein gewisses Risiko eingegangen und haben in der Safety Car-Phase in Runde 19 bei beiden Autos Intermediate-Reifen aufgezogen, um den unvermeidlichen Boxenstopp vorzuziehen. Beide Piloten dachten, das würde funktionieren mit den Intermediates. Leider blieben wir dann im Verkehr stecken und haben so den Anschluss nach vorne verloren. Das war unglücklich, aber wir sollten uns nicht beschweren, denn beide Piloten haben einen wirklich guten Job gemacht. Sie haben vor allem gegen Rennende dem Druck standgehalten, als die Reifen stark abbauten. Sie haben sich gewehrt und ihre Autos in den Punkten ins Ziel gebracht. Wir können mit diesem Resultat sehr zufrieden sein."