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Formel 1 / Interview

Ein Wochenende zum Vergessen - Bruno Senna

Bruno Senna stand plötzlich der Sauber von Kamui Kobayashi im Weg. Aber auch sonst erlebte er in Singapur ein Wochenende zum Vergessen.
von Karin Sturm

Motorsport-Magazin.com - Nach den vielen Problemen im Qualifying gestern - wie war das Rennen heute?
Bruno Senna: Es war ein sehr schwieriges Rennen, die Balance war immer kritisch, die Reifen am Temperaturlimit, das Auto sehr schwer zu fahren. Ich hatte eine konservative Strategie, was die Reifen anging. Ich habe ja in der ersten Safety-Car-Phase gleich auf hart gewechselt, um dann durchzufahren, deshalb erstmal Reifen geschont. Als dann die Überrundungsphase anfing, bin ich wieder näher an Klien herangekommen, weil ich dann die besseren Reifen hatte, er hat da schon sehr über seine geklagt. Mein Plan war, bis zum Ende des Rennens einen halbwegs ordentlichen Reifen zu haben, während es ihm offenbar erstmal mehr um den momentanen Speed ging. Das Rennen hat sich dann auch in meine Richtung entwickelt, aber leider konnte ich das nicht mehr zeigen - weil die Streckenposten hier nicht ganz auf Draht waren... Also insgesamt ein ziemlich enttäuschendes Wochenende, absolut zum Vergessen.

Wie war die Situation bei dem Unfall mit Kobayashi?
Bruno Senna: Er ist vor mir angeschlagen, erst hinten, dann vorn, im Tunnel, an einer engen, unübersichtlichen Stelle - ich konnte den Unfall an sich gar nicht sehen - und die gelben Flaggen kamen erst raus, als ich schon um die Ecke kam und in der Anbremsphase war. In dem Moment kann man dann nichts mehr machen, vor allem da, wo es eben eh so eng ist.

Deshalb warst Du also beim Aussteigen auch so sauer - auf die Streckenposten...
Bruno Senna: Sicher, Kobayashi konnte ja nichts dafür, der ist halt gecrasht, das passiert. Aber weil die so langsam reagiert haben, war ich der Leidtragende - obwohl ich ja eigentlich überhaupt nichts mit der Sache zu tun hatte. Das ist schon sehr ärgerlich. Erstens hat es mich das Rennen gekostet, zweitens ist auch Schaden am Auto entstanden und das ist etwas, was dem Team alles andere als hilft, das kostet wieder eine Menge Geld.

Du warst dann auch bei den Sportkommissaren...
Bruno Senna: Ja, die wollten wissen, warum Klien, der ja vor mir war, da vorbeigekommen ist und ich nicht. Aber das war ganz einfach, Christian war so dicht hinter Kobayashi, dass er noch sehen konnte, wie der Unfall entstand, wie der das Auto verloren hat - deshalb konnte er reagieren. Ich hatte dann nur das stehende Auto vor mir - und eben die Flaggen erst, als ich schon beim Anbremsen war. Das haben sie dann auch sofort verstanden, es war kein Problem.


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