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Formel 1 / Interview

Hatte Ferrari nicht auf der Rechnung - Nick Heidfeld

Nick Heidfeld spricht mit Motorsport-Magazin.com über das Qualifying. Der Pirelli-Testfahrer ist von einigen Entwicklungen überrascht...
von Karin Sturm

Motorsport-Magazin.com - Nick, Fernando Alonso auf Pole, Felipe Massa auf Platz 3 - ein bisschen überraschend ist das schon.
Nick Heidfeld: Ich hatte Ferrari nicht so stark auf der Rechnung. Ich hatte eher erwartet, dass McLaren auf der Pole stehen würde. Danach sah es gestern auch noch aus, aber dann war Ferrari von Anfang an im Qualifying dabei. Ich finde es super, dass Ferrari in Monza vorne dabei ist. Auch für die WM kann man sich nichts Besseres wünschen.

Wie kam es dazu?
Nick Heidfeld: Ferrari war in Spa nicht wirklich langsam. Außerdem ist die Streckencharakteristik hier ganz besonders. Das bringt öfter mal Schwankungen nach oben oder unten mit. Im letzten Jahr haben wir das bei Force India gesehen, die heute sicher etwas enttäuscht sein werden, dass es nicht so gut gelaufen ist. Sie hatten sich etwas mehr erwartet. Bei den nächsten Rennen wird wahrscheinlich wieder Red Bull vorne sein.

Bei den nächsten Rennen wird wahrscheinlich wieder Red Bull vorne sein.
Nick Heidfeld

Bei Mercedes kann Nico Rosberg zufrieden sein.
Nick Heidfeld: Nico hat das Beste herausgeholt. Es war ganz knapp, die beiden Fahrer hinter ihm liegen innerhalb einer Hundertstel. Mehr ist im Moment aber leider nicht drin.

Sebastian Vettel wundert sich, warum er auf der Geraden drei Zehntel auf Mark Webber verliert.
Nick Heidfeld: Das kann ich unmöglich einschätzen. Klar könnte etwas am Motor sein, aber wenn es noch nicht mal Sebastian einschätzen kann, ist es für mich erst recht nicht möglich.

Was kann Sebastian von Platz 6 noch erreichen?
Nick Heidfeld: Theoretisch ist es in Monza möglich zu überholen. Aber die Red Bull haben nicht gerade den besten Topspeed und auch die Starts sind bei ihnen manchmal eine Lotterie. Er muss hoffen, dass er gut durchkommt. Man weiß nie, was passiert.

Nick Heidfeld ist zurück im Fahrerlager - Foto: Sutton

Bei McLaren liegen auch 15 km/h zwischen den Fahrern.
Nick Heidfeld: Einer fährt mit F-Kanal, der andere ohne. Es ist überraschend, dass das Team so unterschiedliche Wege gegangen ist. Beide hätten es aber nicht gemacht, wenn sie nicht überzeugt gewesen wären, dass es besser ist. Lewis Hamilton ist da wahrscheinlich in die falsche Richtung gegangen.

Ist es nicht überraschend, dass Jenson Button mit so steilen Flügeln auf Platz 2 fahren kann?
Nick Heidfeld: Doch, das ist überraschend. Als Fahrer schaut man auf die Uhr, was am schnellsten ist und versucht, das auszunutzen. Ein kleiner Nachteil dabei ist, dass er im Rennen überholt werden könnte, weil der Topspeed geringer ist. Andererseits kommt keiner vorbei, wenn man den Verfolgern wegfährt.

Dein Tipp fürs Rennen?
Nick Heidfeld: Alonso wird das Rennen machen. Für die WM wäre das sensationell, wenn Ferrari McLaren die Punkte wegnehmen würde. Bei den letzten Rennen wird dann wohl wieder Red Bull vorne sein. Sebastian muss nur aufpassen, dass er nicht zu viel auf Mark Webber verliert. Er hat ein starkes Standing, aber wenn Mark immer vorne steht, gibt das auch ihm Rückenwind.


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