So lange wir kein Rennen in der Schweiz fahren, ist Monza so ähnlich wie Hockenheim ein bisschen was von einem Heimrennen für mich und die Schweizer Fans: Wenn die einen Grand Prix sehen wollen, ist es für sie hierher ziemlich nahe und damit recht einfach, her zu kommen. So sind immer viele Schweizer da. Für mich macht das zwar einerseits keinen so großen Unterschied, denn letztlich fahre ich für mich und will immer den größtmöglichen Erfolg haben, aber andererseits ist es selbstverständlich schon sehr schön, wenn eine Menge eigener Fans an der Strecke sind.

Es ist schwer zu sagen, wo wir hier landen können, es soll ja nicht regnen, insofern also ein mehr oder weniger normales Wochenende werden. Wir sind zwischen Spa und Monza einen Aero-Straightlinetest gefahren, haben dabei einiges ausprobiert, auch eine F-Duct-Version. Einiges davon war gut, anderes ein bisschen weniger, wir müssen sehen, wie wir das alles noch weiterentwickeln können. Das Team arbeitet jedenfalls sehr hart daran, in diesem letzten Saisondrittel noch einmal einen Schritt nach vorne zu machen und einen guten Abschluss zu haben.

F-Kanal bringt nicht viel in Monza

Gerade um den F-Duct wirklich zu verstehen, braucht man viel Zeit - und wir werden ihn erst dann einsetzen, wenn wir ihn auch vollständig verstehen, momentan sind wir da noch am Lernen. Dass wir ihn hier schon einsetzen, ist eher kein Thema, hier bringt ein F-Duct ja sowieso nicht so viel. Grundsätzlich bin ich mal vorsichtig, was die Erwartungen an die Neuerungen hier angeht. Also mal abwarten und sehen, wo wir heute am Ende des Tages stehen. Aber natürlich hoffe ich, dass wir wieder so nahe an die Sauber und die Williams herankommen, dass wir mit ihnen kämpfen können.

Ich stimme übrigens nicht mit der Meinung manch anderer überein, dass es nach Spa fast ein bisschen langweilig sei, in Monza zu fahren. Ich finde, es ist für den Fahrer schon schwierig, hier schnell zu sein, weil durch den wenigen Abtrieb, mit dem man hier fährt, das Auto sehr unruhig ist, sich viel bewegt. Für mich ist das sehr wohl eine Herausforderung, mir macht es sehr viel Spaß, hier zu fahren. Manche Kurven sind mit der wenigen Downforce wirklich schwierig. Zum Beispiel ist in der Ascari-Schikane ein ziemlicher Buckel, wenn man da mit vollem Speed ankommt, ist das ganz schön tricky.

FIA-Urteil ist okay

Viele reden immer noch über das FIA-Urteil über Ferrari. Ich finde es richtig, dass da nichts weiter passiert ist. Denn wie will man im Endeffekt damit umgehen, es wirklich zu verbieten und zu kontrollieren. Es gibt so viele Möglichkeiten, zwischen zwei Fahrern die Positionen zu wechseln, ich finde es deshalb gut, dass die FIA das noch mal unter die Lupe nimmt.

Man fährt nun mal für sein Team, wird von dem bezahlt - also entscheidet auch das Team. Und wenn man damit nicht zufrieden ist, wie sich das Team verhält, dann muss man eben für jemand anderen fahren. Natürlich ist es für einen Fahrer nie schön, wenn er sich einer Teamorder beugen muss, aber das hat normalerweise auch einen Grund: den, dass man der Langsamere ist. Dann muss man sich selber am Riemen reißen und schneller sein. Wenn mein Team mir in so einer Situation sagen würde, ich solle den Schnelleren vorbeilassen, dann würde ich das auch tun. Bis jetzt ist mir das in meiner Karriere allerdings noch nie passiert...