Mit dem Urteil, gegen Ferrari keine weiteren Sanktionen zu verhängen, hat die FIA in Sachen Teamorder einen Präzedenzfall geschaffen. Ab sofort hätten die Titelanwärter einen Freifahrtschein - dieser Meinung ist Red Bull-Teamchef Christian Horner. "Die Strafe für den Vorfall in Hockenheim beträgt 100.000 Dollar. Was Ferrari getan hat, hatte keinen Einfluss auf ihre Performance, sondern nur finanziell. Theoretisch ist jetzt für jedes Team ein Präzedenzfall geschaffen, das einen Positionswechsel im Rennen vornehmen will", erklärte Horner.
Das FIA-Urteil habe gezeigt, dass die Regeln einer Klärung bedürfen. "Man kann nicht nur zur Hälfte schwanger sein - entweder man ist es oder nicht. Entweder ist Teamorder erlaubt oder nicht", kritisierte der Red Bull-Teamchef. Momentan sei die Teamorder-Regel nicht richtig ausformuliert. "Sie müssen entweder besser formuliert oder gelöscht werden", meinte Horner. Der Brite lässt offen, ob Teamorder zukünftig auch bei Red Bull in Frage kommt.
Keine Nummer eins
Vor Horner liegt eine andere Entscheidung. Mark Webber ligt aktuell auf Platz zwei der Fahrerwertung. Obwohl sein Rückstand auf Hamilton nur drei Punkte beträgt - Vettel liegt bereits 28 Punkte zurück - will Horner jetzt noch keinen Nummer-1-Status aussprechen. Für den Briten kommt es erst in Frage, wenn ein Fahrer mathematisch keine Chancen mehr auf den Titel hat.
"Wenn ein Fahrer 60 Punkte Rückstand hat und es nur mehr 75 Punkte zu holen gibt, dann ist es ein einfach zu lösendes Problem. Aktuell kann man noch 150 Punkte holen, somit ist es noch zu früh für diese Entscheidung", sagte Horner. "Wir werden weiterhin beide Piloten gleich behandeln." Red Bull-Berater Helmut Marko sagte am Donnerstag allerdings etwas Anderes. Laut dem Österreicher könnte Red Bull nach Monza den Fokus auf einen Fahrer legen.



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