Vitaly, in Spa-Francorchamps lief es gut für Dich, Du bist in Belgien in die Punkteränge gefahren. Warst Du mit dem Verlauf des Wochenendes zufrieden, oder hast Du dir mehr ausgerechnet? Vitaly Petrov: Das Ergebnis und die WM-Zähler sind okay, tatsächlich aber hätte es für mich noch besser laufen können. Nach meinem Fehler im Qualifying musste ich den Grand Prix aus der 23. Startposition in Angriff nehmen, konnte mich aber gut wieder nach vorne kämpfen - aus dieser Sicht war der Rennverlauf sicherlich sehr positiv. Dennoch: Mit einem besseren Resultat im Qualifying hätte ich noch mehr erreichen können. Der sechste Rang lag durchaus in Reichweite.

Während des Rennens musstest Du einige spannende Duelle ausfechten - vor allem jenes mit Nico Rosberg sah sehr interessant aus. Hattest Du Zeit, diese Positionskämpfe zu genießen?
Vitaly Petrov: Das macht natürlich immer Spaß, wenn wir die sogenannten "Großen Jungs" angreifen und schlagen können - etwa Mercedes und Rosberg, der bereits zu den erfahreneren Grand Prix-Piloten zählt. Unser Renault R30 war auf den Geraden sehr schnell. Also habe ich gewartet, bis Adrian Sutil an die Box ging, und mich dann in den Windschatten von Nico gehängt, um ihn vor der Les Combes auszubremsen. Dabei musste ich allerdings absolut ans Limit gehen, da ich auf der Außenseite fuhr und wir beide den Anker wirklich erst auf der letzten Rille geworfen haben. Dafür war es ein umso schöneres Gefühl, als ich anschließend vorne lag.

Der Renault R30 hat vor dem Großen Preis von Belgien nochmals einen großen Schritt nach vorne gemacht - wie wirkt sich das für Dich auf der Strecke aus?
Vitaly Petrov: Das Auto ließ sich sehr angenehm fahren, auf den Geraden waren wir dank des neu entwickelten F-Schachts pfeilschnell unterwegs. Dadurch konnten wir etwas mehr aerodynamischen Abtrieb einsetzen, was uns auch in den Kurven weiterhalf.

Dank F-Kanal legte Renault in Spa an Speed zu, Foto: Sutton
Dank F-Kanal legte Renault in Spa an Speed zu, Foto: Sutton

Wie gefällt Dir das Fahren mit dem F-Schacht und wie schnell hast Du dich auf die neue Technik eingestellt?
Vitaly Petrov: Wir haben die freien Trainingssitzungen am Freitag dazu genutzt, das neue System zu testen und uns anschließend an die Bedienung zu gewöhnen. Danach ging es gut und stellte mich nicht mehr vor Probleme. Selbst in der ultraschnellen Senke von Eau Rouge habe ich den F-Schacht eingesetzt - auch wenn ich es schon etwas gewöhnungsbedürftig fand, durch diese Passage mit nur einer Hand am Lenkrad zu sausen.

Was hast Du dir für die letzten sechs Rennen der Saison vorgenommen?
Vitaly Petrov: Mit Ausnahme von Monza am kommenden Wochenende lerne ich die übrigen Kurse allesamt zum ersten Mal kennen, da ich dort noch nie zuvor an den Start gegangen bin. Im Vorfeld schaffe ich mir aber durch das Studium von Video-Aufnahmen, Karten- und Datenmaterial einen ersten Eindruck.

Hast Du aus Deiner Zeit in der GP2-Serie noch Erinnerungen an Monza? Gefällt Dir die besondere Herausforderung, die dieser Hochgeschwindigkeitskurs stellt?
Vitaly Petrov: Vor einem Jahr habe ich das GP2-Rennen aus der Pole Position des Trainingsschnellsten in Angriff genommen und das Feld lange Zeit angeführt - leider wurde ich nur Zweiter, da ich aufgrund eines Unfalls vor mir Tempo rausnehmen musste. Dennoch denke ich gerne an dieses Wochenende zurück. Am Steuer eines Formel 1-Renners muss ich die Strecke praktisch neu erlernen und meinen Fahrstil dem Renault R30 anpassen. Monza ist aus meiner Sicht einfach großartig mit famosen Kurven wie die Parabolica oder die beiden Lesmos. Im Königlichen Park kommt es darauf an, sich keinen Fehler zu erlauben - schon der Verlust von wenigen Zehntelsekunden kann schnell fünf oder sogar noch mehr Positionen kosten. Ich freue mich bereits auf den Großen Preis von Italien, das wird bestimmt ein spannendes Rennen.

Was hast Du dir für das Wochenende vorgenommen?
Vitaly Petrov: Mein Ziel ist klar definiert: Ein Platz unter den ersten Zehn.