Nach dem Belgien-GP tauchten erstmals Gerüchte auf, dass Renault einige seiner Aktienanteile von Gerard Lopez zurückkaufen will. Dessen Firma Genii Capital hatte vor dem Saisonstart die Mehrheit der Aktien an dem F1-Rennstall gekauft. Lopez selbst gestand am Donnerstag, dass die Kosten für das F1-Pojekt die Erwartungen überstiegen haben. "Auf der Wettbewerbsseite schlagen wir uns gut. Aber wir haben viel mehr Geld investiert als es im ursprünglichen Plan vorgesehen war", verriet Lopez gegenüber Autosport.

Das Budget von Renault würde fast schon dem der Top-Teams entsprechen. "Aber das war unsere Entscheidung. Ich würde sagen, dass wir uns überall im grünen Bereich befinden - mit Ausnahme des Budgets", so Lopez. Bereits vor einigen Monaten hatte der Rennstall bei Bernie Ecclestone wegen einer vorzeitigen Auszahlung der TV-Gelder angefragt. Mit dem Geld wollte Renault die Entwicklungskosten für das 2011-Auto decken. Allerdings stimmten nicht alle Teams der Anfrage zu, weshalb sich die finanziellen Spekulationen um Renault verdichteten.

Das Team bestreitet bis dato jegliche Finanzprobleme und konzentriert sich auf die Performance auf der Strecke. "Wir sind da, wo wir sein wollen. Wir hatten bei fast jedem Rennen neue Teile am Auto, inklusive des angeblasenen Diffusors und des F-Kanals", betonte Lopez. "Diese Saison haben wir einige Podestplätze geholt. Ein Sieg wäre schön, aber etwas viel verlangt für diese Saison. Wir bewegen uns in dem erwarteten Rahmen." Für die kommende Saison ist Lopez zuversichtlich. "Wir sind schon aufgeregt wegen dem neuen Auto. Auf dem Papier und im Computer fällt eine Einschätzung immer schwer, aber es sieht nach einer gelungenen Geburt aus", verriet Lopez.