F-Kanal. Das war das erste Schlagwort des Formel-1-Jahres 2010. Lange nach dem Doppeldiffusor von 2009 und noch vor dem angeblasenen Diffusor beherrschte die McLaren-Erfindung die Diskussionen im Fahrerlager. Mittlerweile ist das System bei den meisten Teams im Einsatz, in Spa brachte Renault als letztes Topteam seine Version des F-Kanals - und war auf Anhieb schneller.
Vor dem High-Speed-Rennen in Monza steht der F-Kanal wieder im Mittelpunkt: Theoretisch müsste das System auf den langen Geraden in Monza viel bringen - andererseits entwickeln alle Teams spezielle Low-Downforce-Pakete für den Italien GP. Diese könnten angesichts der geringen Flügelfläche, die an den flach gestellten Heckflügeln noch verbleibt, dazu führen, dass ein gezielter Strömungsabriss per F-Kanal gar keinen Nutzen bringt.
Freiwilliger Verzicht?
Die Teams könnten also in Monza auf den F-Kanal verzichten. "Wir haben unsere Entscheidung getroffen", sagte Martin Whitmarsh am Sonntag in Spa. "Wir haben unseren Plan und wir wissen, was wir tun werden - das werden wir dann sehen", wollte er sich nicht in die Karten schauen lassen.
Auch Renault könnte den frisch debütierten F-Kanal in Italien wieder ausbauen. "Ich kenne die letzten Neuigkeiten von James Allison nicht, aber ich bin mir nicht sicher, ob wir ihn in Monza haben werden", sagte Teamchef Eric Boullier gegenüber Autosport. "Wir entwickeln ein spezielles Aero-Paket für Monza und es ist eine große Herausforderung, den F-Kanal zu integrieren. Ich bin mir nicht sicher, ob er bei dem Verhältnis von Luftwiderstand/Abtrieb ein großer Vorteil wäre."
Ferrari wird das System beim Heimspiel wohl dennoch einsetzen. "Momentan bleibt der F-Kanal auch in Monza im Auto", verriet Teamchef Stefano Domenicali.



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