Spa-Francorchamps 1995. Nach Getriebeproblemen und Wetterkapriolen im Qualifying startet Michael Schumacher in seinem Benetton nur von Startplatz 16. Innerhalb von 15 Runden pflügt er durch das Feld und sieht erstmals die Boxentafel mit einem großen P1. Dabei hält er sich mit Slicks auf nasser Bahn vor seinem Rivalen Damon Hill, der mit Regenreifen fährt. "Damon war nicht ganz einverstanden mit der Wahl meiner Linie", sagte Schumacher damals, "ich fand sie eigentlich ganz gut."

15 Jahre später kommt Schumacher wieder nach Belgien. Wieder regnet es. "Spa ist für mich Wohnzimmer und Kinderzimmer zugleich", sagt er. Es ist sein Spielzimmer, mit dem er viele Erinnerungen verbindet. "Ich fühle mich in Spa zuhause und die Strecke ist am nächsten zu meiner Heimat. Hier hat alles angefangen, hier ist sehr viel passiert. Natürlich ist die Vorfreude für mich Riesengroß. Wenn ich das Wetter sehe, wird sie sogar noch größer, denn es erinnert mich an 1995. Darauf freue ich mich."

Aufholjagd in Spa?

Wie 1995 muss Schumacher auch an diesem Wochenende im Rennen viele Plätze gutmachen - das steht schon jetzt fest. Für sein Manöver gegen Rubens Barrichello in Budapest erhält er eine Strafversetzung um 10 Plätze. Sein bester Startplatz ist also Position 11. Angesichts der aktuellen Leistungsfähigkeit des Silberpfeils wird er aber wohl viel weiter hinten landen. Ihn bremst das nicht. "Alles ist möglich", sagt Schumacher. "Wir werden versuchen, unsere Chancen zu nutzen."

Die Strafe akzeptiert der Kerpener. Allerdings betont er abermals, dass sein Manöver noch vor ein paar Jahren wohl straffrei ausgegangen wäre. "Heute sagt man ganz klar, es ist zu viel des Guten", sieht Schumacher ein. "Danach werde ich mich richten." Es sei natürlich am Limit und natürlich hart gewesen, "aber das ist bei mir ja keine Überraschung", gesteht er. "Allerdings wollte ich niemanden in die Wand drücken. Das war definitiv nicht meine Absicht."