Michael Schumacher über...

die aktuelle Situation: "Wir sind in einer Phase, in der gewisse Dinge ihre Richtung nehmen. Wir sind nicht da, wo wir sein wollen. Denn wir hatten natürlich erwartet, auch dieses Jahr um die Meisterschaft zu kämpfen. Allerdings mussten wir sehr früh feststellen, dass wir mit unserem Paket und Auto nicht dazu in der Lage sind."

die Gründe: "Ich kann relativ gut damit leben. Klar, ich bin nicht happy damit, das ist keine Frage. Aber man muss die Umstände erkennen, warum wir in dieser Position sind. Diese liegen speziell im Qualifying - man muss einfach schauen, welche Möglichkeiten wir mit unserem Auto haben. Wir waren noch nicht stark genug, um Rennen zu gewinnen. Aber wir konnten um Podestplätze und die Plätze 5-6 fahren. Die letzten Rennen waren wir nicht so gut, aber wir können zurückkommen. Wichtig ist für uns, die Fehler zu erkennen, damit wir sie für 2011 abstellen können."

die Lockerheit: "Ich habe mich mit Sicherheit ein bisschen verändert. Erst sind wir auf die Ränge 5-6 gefahren und waren im Qualifying unter den Top-10, dann gelang uns das nicht mehr. Deshalb konnte ich nicht mehr ganz so locker und fröhlich durch die Gegend tanzen und mich zufrieden geben - das bin ich dann nicht. Ich habe andere Ansprüche. Dennoch bleibt der Spaß an der Sache erhalten."

Michael Schumacher blickt schon auf 2011, Foto: Sutton
Michael Schumacher blickt schon auf 2011, Foto: Sutton

die Ziele: "Uns ist in diesem Jahr nicht der goldene Wurf gelungen, das heißt aber nicht, dass wir es im nächsten Jahr nicht doch schaffen können. Ross [Brawn] war im letzten Jahr mit vielen anderen Dingen wie der Absicherung des Teams beschäftigt und konnte sich deshalb vielleicht nicht so auf die Autoentwicklung konzentrieren. Für mich ist sehr wichtig, dass Ross die führende Kraft ist und die Zeit und Möglichkeiten hat, sich damit auseinanderzusetzen. Ich bin guter Dinge, was die Zukunft angeht. Unsere Marschroute ist, um die Meisterschaft zu kämpfen. Klar hätten wir das gerne schon dieses Jahr gemacht, aber es ist ein Dreijahresplan, wenn ich mir sicher gewesen wäre, dass wir schon dieses Jahr den Titel gewinnen, hätte ich vielleicht nur für ein Jahr unterschrieben."

die Planung: "Wir stellen jetzt schon die Weichen für das nächste Jahr und merzen die Fehler am diesjährigen Auto aus. Gleichzeitig wollen wir die eine oder andere innovative Idee einfließen lassen, die uns einen Vorsprung bringt. Wenn wir nur das gleiche machen wie alle anderen, sind wir auch nur gleich stark wie sie - wir wollen aber stärker sein. Deshalb müssen wir uns den Kopf darüber zerbrechen."

das neue Auto: "Die Entwicklung hat schon vor einer gewissen Zeit begonnen. Jetzt ist die Frage, wie intensiv kümmert man sich darum und wie sehr schaut man noch auf das 2010er Auto."

der persönliche Fokus: "Ich versuche schon noch, das Beste aus unserem Paket herauszuholen, damit wir vielleicht noch den einen oder anderen Podiumsplatz einfahren können. Aber mein Fokus liegt schon sehr auf dem nächsten Jahr."