Das harte Manöver von Michael Schumacher im Zweikampf mit Rubens Barrichello hat Folgen: Der Mercedes GP-Pilot erhielt von den Rennkommissaren eine Zurückversetzung um 10 Startplätze für das nächste Rennen in Belgien.

Als Begründung gaben die Rennkommissare an, dass Schumacher Barrichello bei einem Überholmanöver unerlaubt behindert habe. Christian Danner hatte nach dem Rennen sogar eine noch härtere Strafe gefordert: "Es würde mich nicht wundern, wenn er ein Rennen Sperre bekommt, das war zu viel, so kann man nicht fahren."

Haug: So oder so sehen

"Michael sieht es so, dass er sehr früh nach rechts ging, dort blieb und die Spur rechts zumachen wollte, damit Rubens nach links gehen musste, um den weiteren Weg zu machen", erklärt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Das hat er aber nicht gemacht."

Deshalb habe die Aktion sehr spektakulär ausgesehen. "So sah es spektakulär aus, weil der ganze Dreck herumfliegt und es so knapp an der Mauer war", sagt Haug. "Zum Glück ist nichts dabei passiert. Ich denke, die Kommissare haben es sich noch genauer angeschaut. Weiter kann ich es nicht kommentieren."

Dennoch betont Haug, dass man die Situation es so und so sehen könne. "Michael ist dafür bekannt, dass er extrem tough ist, aber Rubens Barrichello nutzt sicher auch die Gelegenheit, um das zu sagen, was er gerne sagt - aus der gemeinsamen Vergangenheit heraus", schiebt Haug die Schuld auch auf Barrichellos gemeinsame Ferrari-Vergangenheit mit Schumacher. "Rubens ist da sicherlich emotional. Wir müssen damit leben."

Schumacher vs. Barrichello

Schumacher sah sich im Recht. "Für meine Begriffe war genug Platz für ihn", sagte er. "Ich wollte ihm das Leben so schwer wie möglich machen, aber das ist wohl verständlich. Fakt ist, dass wir uns nicht berührt haben. Rubens kam vorbei, also muss genug Platz gewesen sein."

Barrichello forderte hingegen schon im Boxenfunk die schwarze Flagge für Schumacher. "Ich mag faire Zweikämpfe, aber das war nicht fair", beschwerte er sich. "Das war ein Gokart-Manöver. Wenn er vor mir in den Himmel kommen will, dann bitte. Aber ich möchte nicht zuerst dort hinkommen."