Ich bin hier in Hockenheim zwar noch nie Formel 1 gefahren, aber ich kenne die Strecke gut, fühle mich sehr wohl hier. Ich mag die schnellen Kurven und auch die Überholmöglichkeiten, die es hier gibt sowie den letzten Teil im Motodrom, der eigentlich ziemlich langsam ist, wo man aber trotzdem voll am Limit fahren muss. Gerade in diesem Teil gibt es auch einige sehr spezielle Kurven, die man in dieser Charakteristik kaum woanders findet - die Sachskurve zum Beispiel.

In den Nachwuchsformeln, in der Formel BMW und in der Formel 3, habe ich hier oft gewonnen und bin auf dem Podium gestanden, auch in der GP2 war ich hier gut unterwegs, also meistens ist es hier für mich wirklich gut gelaufen. Außerdem kommen ja auch immer sehr viele Schweizer hierher, insofern ist das fast schon so etwas wie ein halbes Heimrennen für mich, da hoffe ich natürlich besonders, dass es wieder so sein wird.

Wir haben für hier schon ein paar kleine Updates. Hier sind es eher Kleinigkeiten, die uns aber schon eine Richtung für die Zukunft weisen könnten. Generell geht es aber vor allem darum, aus dem Vorhandenen das Bestmögliche zu machen. Generell läuft bei uns ein Programm, dass uns jetzt in nächster Zeit erstmals wieder echte, größere Neuerungen bringen wird - ich hoffe mal, dass das dann auch alles so funktioniert, wie es geplant ist, und wir in der zweiten Saisonhälfte noch den ein oder anderen Schritt nach vorne machen können.

Ein wichtiger Faktor hier wird erstens das Wetter sein, zweitens die Reifensituation, da wir hier ja erstmals mit den beiden entgegengesetzten Mischungen, hart und supersoft, fahren. Da wäre es natürlich wichtig, das in den freien Trainings alles genau zu analysieren - wobei der Regen absolut nicht hilfreich ist, weil man da ja zu nichts kommt. Die Set-up-Abstimmung ist unter diesen Bedingungen nämlich ziemlich kritisch. Mit den weichen Reifen fühlt sich das Auto generell sehr instabil an, vor allem auf der Hinterachse, auch wenn es natürlich eigentlich mehr Grip hat.

Guten Kompromiss finden

Mit den harten ist das ganz anders, also ist es sehr wichtig, dass man einen guten Kompromiss findet, zwischen dem Qualifying mit den weichen und dann dem Rennen, in dem man doch die allermeiste Zeit den harten fahren wird. Außerdem braucht man generell ein Set-up, das nicht so stark auf die Reifen geht. Auch und vor allem, wenn es am Sonntag im Rennen doch auch regnen sollte, dann könnte sich noch ein anderes Problem ergeben - das der Haltbarkeit der Intermediates. Im Moment geht man davon aus, dass die nicht länger als zehn, maximal 15 Runden wirklich zu gebrauchen sind.

Da muss man dann auch gewaltig aufpassen. Aber man hat ja zum Beispiel in Kanada gesehen, dass es auch dann, wenn die Reifen ziemlich abbauen, manchmal wirklich schöne Rennen geben kann, die auch eine Menge Spaß machen. Es wäre natürlich schön, im Qualifying unter die Top-10 zu kommen. Mal sehen, ob das möglich sein wird. Aber vielleicht helfen uns ja auch ein paar Wetterkapriolen, die da einiges durcheinander wirbeln könnten. Das Problem ist einfach, dass man im Voraus immer sehr wenig sagen kann, weil man ja nicht weiß, was die anderen an Updates bringen und wie das dann bei denen funktioniert. Und selbst muss man wirklich alles hundertprozentig auf den Punkt bringen...