Die Saison wird nicht länger, die zu vergebenden Punkte nicht mehr und die Chancen darauf, der Konkurrenz viele Punkte abzunehmen, nicht zahlreicher. Dennoch ist Fernando Alonso, der aktuell 47 Punkte hinter WM-Leader Lewis Hamilton liegt, weiter davon überzeugt, dass der Titel noch in Reichweite ist. "Ich denke, es ist noch nicht zu spät. Es sind noch neun Rennen zu fahren, da gibt es noch viele Punkte. Wir werden versuchen, das maximal Mögliche zu holen und regelmäßiger Punkte mitzunehmen", sagte der Ferrari-Pilot am Donnerstag in Hockenheim.

Er musste vor allem betonen, dass die Ergebnisse von Valencia und Silverstone aufgrund der Umstände nicht der Realität entsprachen. "Wir sind also in einer besseren Position, als die WM das zeigt." Dass er in Spanien und Großbritannien jeweils in Probleme kam und dadurch an Boden verlor, frustrierte ihn ein wenig. Aufgrund von Verbesserungen am Auto war er aber überzeugt, dass er noch einen Angriff auf den Titel starten kann. "Es gab frustrierende Momente in den vergangenen beiden Rennen, da wir in Valencia ein sehr gutes Wochenende hatten und mit null Punkten oder vier Punkten oder was auch immer abreisten. In Silverstone hatten wir auch ein sehr gutes Wochenende, waren direkt hinter den Red Bulls und machten ihnen endlich Druck - und dann null Punkte."

Regelmäßig aufs Podest

Doch schon nach Silverstone hatte er festgehalten, dass er mit dem Auto sehr zufrieden war, weiter sehr motiviert sei und die WM weiter eine Möglichkeit für ihn ist. "Ich bin jetzt sehr zuversichtlich für die WM, mehr als zuvor. Die Lücke zwischen mir und dem Spitzenreiter ist größer geworden, aber das Auto verbessert sich Rennen für Rennen und jetzt gibt es die Möglichkeit, regelmäßig auf das Podest zu fahren. Vor Valencia waren wohl die zwei Red Bulls vor uns, dann noch die zwei McLaren, manchmal ein Mercedes und ein Renault. Gegen sie haben wir gekämpft. Jetzt sind wir aber sehr stark und jetzt kann ich mehr Selbstvertrauen haben", sagte Alonso.

Er ging vor allem davon aus, dass Ferrari die WM noch aus eigener Kraft gewinnen kann. Dafür brauche es nur konstante Rennen. "Wäre es in Valencia und Silverstone ein normales Rennen gewesen, dann wäre ich vielleicht die 47 Punkte weiter vorne und würde hier die WM anführen. Wir brauchen nur normale Rennen. Es sind vier Leute vor uns, wenn wir also konstant gut sind... alle Vier können nicht gewinnen. In einem Rennen hat einer vielleicht null Punkte, in einem anderen wird einer vielleicht Fünfter oder Sechster und dann einer vielleicht Vierter. Wir müssen nur auf unsere Arbeit schauen und das genügt."

Strafen sind immer gerecht

Nicht böse war der Spanier auf Robert Kubica. Alonso hatte in Silverstone eine Durchfahrtsstrafe erhalten, weil er den Polen neben der Strecke überholt hatte und den Platz nicht zurückgab. "Ich war nicht verärgert", erklärte er zu seiner Bitte, den Funk im Rennen abzudrehen. "Ich denke, das Rennen war vorbei. Es gab keine Möglichkeiten mehr, um zurückzukommen und Punkte zu holen, also war ich nicht verärgert. Ich habe das Rennen abgehakt und begann schon in der Runde an Deutschland zu denken, als ich das im Funk gesagt habe. Die Strafe ist immer gerecht. Sie entscheiden, was sie denken und wir können nichts tun. Wir müssen es diesmal besser machen. Das ist nun die Vergangenheit und hoffentlich haben wir hier in Deutschland ein problemfreies Wochenende."