Für den Heim-GP in Silverstone hatte McLaren ein riesiges Update-Paket, inklusive angeblasenen Diffusor im Gepäck. Doch schnell zeigte sich, dass man die neuen Teile nicht richtig zum Arbeiten brachte, weshalb die Ingenieure in einer Nachtschicht das Auto wieder umbauten. Trotz der Probleme ist McLaren laut Teamchef Martin Whitmarsh im Entwicklungsrennen nicht zurück gefallen.

"Ich denke, wir haben immer noch ein Auto, mit dem wir Rennen gewinnen können. Man muss schnell und zuverlässig sein, wenn man ein Rennen gewinnen will", sagte der Brite. Über beide Dinge würde McLaren verfügen. "Sicher will man noch schneller und noch zuverlässiger sein, aber nach meiner Ansicht befinden wir uns in einer guten Position. Wir wissen, dass wir die Entwicklung am Auto vorantreiben müssen, wenn wir die WM dieses Jahr gewinnen wollen", erklärte Whitmarsh.

In Hockenheim will McLaren einen zweiten Diffusor-Versuch starten und Whitmarsh ist zuversichtlich, dass es dieses Mal ohne Probleme klappt. "Man kann nie hundertprozentig sicher sein, aber wir gehen mit sehr viel mehr Informationen nach Hockenheim", verriet der Brite. Aufgrund der Informationen, die McLaren in Silverstone gesammelt hat, hat das Team einige Modifikationen am Diffusor vorgenommen.

Im Freien Training am Freitag sollen Lewis Hamilton und Jenson Button die Teile erneut am Auto haben. "Wir werden im Freien Training mit dem angeblasenen Diffusor fahren und ich gehe davon aus, dass wir auch das restliche Wochenende mit dem Diffusor bestreiten werden", sagte Whitmarsh und fügte hinzu: "Es wird einige Teile des Diffusors geben, die wir zwischen den beiden Autos hin- und herwechseln werden. Da müssen wir einen Kompromiss eingehen. In der Vergangenheit hatten wir dafür Testfahrten, wo man beide Autos vorbereiten konnte. Das geht jetzt nicht mehr."

Kompromiss eingehen

In Zeiten des Testverbots müsse man abwägen zwischen dem Versuch, das Auto weiterzuentwickeln, neue Teile zu testen und der wenigen Streckenzeit, die die Fahrer haben, um sich perfekt auf die Bedingungen einzustellen. "Dass die Piloten zuletzt vor zwei Jahren in Hockenheim gefahren sind, macht es noch schwieriger. Wir müssen sicherstellen, dass sie so gut wie möglich für das Qualifying am Samstag vorbereitet sind. Das ist entscheidend", sagte Whitmarsh.

Erst am Freitagabend, wenn sich McLaren die Daten angesehen hat, werde man genau wissen, ob der Diffusor zum Einsatz kommt. Laut Whitmarsh besteht auch die Möglichkeit, dass nur ein Auto mit dem angeblasenen Diffusor das Wochenende bestreitet. "Wir arbeiten derzeit hart daran, dass wir den Diffusor für beide Autos haben. In Silverstone wollte Lewis den Diffusor am Auto behalten, doch wir haben uns entschieden, zum alten Modell zurückzukehren", verriet Whitmarsh.

Sollte dieses Mal ein Fahrer eine Präferenz haben, dann würde das Team dem entsprechen. "Zumindest, wenn wir der Ansicht sind, dass wir damit mit der Performance in die richtige Richtung gehen. Wie man sich denken kann, bringt es einen Vorteil, wenn ein Auto mit dem Diffusor fährt und das andere mit einer anderen Konfiguration", so Whitmarsh.