Christian, hatte Sebastian Vettel heute Pech?
Christian Danner: Wenn es technisch bedingt war, war es Pech. Wenn er es selbst vermurkst hat, war es ein Fahrfehler. Der Start gehört auch zum Fahren dazu. Er hatte aber auch Glück im Unglück. Er war Letzter, aber die Safety-Car-Phase kam im richtigen Moment, damit er den Rückstand durch den Plattfuß wieder aufholen konnte. So richtig unzufrieden kann keiner sein, vielleicht mit der Ausnahme von Michael Schumacher.

Wirklich nur zufrieden Gesichter?
Christian Danner: Mark Webber ist auf jeden Fall zufrieden. Lewis Hamilton ist auch heilfroh, dass er Platz 2 gerettet hat, obwohl das Auto nicht so gut war. Nico Rosberg ist super happy, dass er Schumacher so gezimmert hat. Jenson Button ist glücklich, dass er von 14 auf 4 vorkam und weiter im Titelrennen dabei ist. Rubens Barrichello ist als Fünfter happy, weil es das beste Williams-Ergebnis war. In den Top-10 gibt es nur einen, der nicht glücklich ist, das ist der Michael.

Außerhalb der Top-10 gibt es noch Fernando Alonso...
Christian Danner: Er sollte langsam machen. Sein Manöver gegen Robert Kubica war schlichtweg dumm. Wenn ich versuche, einen anderen Fahrer zu überholen und dabei in Kauf nehme, durch die Schikane abzukürzen, muss ich ihn hinterher wieder vorbei lassen. Wenn ich das in meinem eigenen Weltbild nicht vorgesehen habe, brauche ich mich nicht wundern, dass ich dafür bestraft werde. Die Strafe war völlig gerecht. Es war für mich nicht nachvollziehbar, dass er Kubica nicht vorbeigelassen hat.

Wie hast Du Vettels Überholmanöver gesehen?
Christian Danner: Sie waren toll. Er hat sich die Gegner immer super zurecht gelegt. Gegen Michael war es ziemlich knapp, die Kollision mit Adrian Sutil war ein bisschen Brechstange, aber wo gehobelt wird, da fallen Späne. Adrian hat ihn rundenlang blockiert, da muss dann irgendwann eine harte Aktion kommen.

Jetzt geht es nach Hockenheim.
Christian Danner: Sehr gut. Dort geht der Mörderkampf weiter. Bei Red Bull zerreißt es jeden Moment den Kessel, bei Mercedes wittert man Morgenluft und bei Ferrari platzen sie wegen des Misserfolgs. Und McLaren ist sicher auch wieder vorne. Nur kommen Lewis Hamilton und Jenson Button besser miteinander aus. Bei Red Bull ist der Druck noch höher, weil sie beide noch keinen Titel gewonnen haben.