Die Achterbahnfahrt von Mercedes GP geht weiter. Nach dem Tiefpunkt von Valencia kehrten die Silberpfeile in Silverstone wieder an die erweiterte Spitze zurück. Ross Brawn macht dafür die erlernten Grundlagen über das neue Paket verantwortlich.

In Valencia führte das Team den angeblasenen Diffusor ein und musste ohne vorherige Testfahrten herausfinden, wie das Konzept funktioniert. Dabei traten Temperaturprobleme auf, die einige Komponenten am Heck überhitzten und zu Kompromissen führten, die stärker waren, als das Team am Rennwochenende glaubte. "Diese Probleme haben uns vom Rennwochenende abgelenkt", erklärt Brawn.

"Wir hatten die Grundlagen beim Setup nicht und dann fehlten uns Zehntel", fuhr er fort. Das gleiche sei am Freitag in Silverstone McLaren widerfahren, die über Nacht auf die alte Konfiguration zurückbauten. Das hätte Mercedes in Valencia auch machen können. "Aber es ist keine einfache Technologie, die man schnell in den Griff bekommt." Deshalb war es auch wichtig Informationen zu sammeln, die Probleme zu lösen und nun in Silverstone und Hockenheim nachzulegen.

"Dieses Wochenende sind wir besser, weil wir vernünftig gearbeitet haben", sagt Brawn, der die Schuld auf seine Kappe nimmt. "In Valencia habe ich die Kontrolle über die Situation verloren." Man habe nicht das Beste aus dem Paket herausgeholt. In der Formel 1 gehe es in dieser Saison so eng zu, dass ein kleines Problem bei der Vorbereitung oder dem Setup viele Plätze kosten könne.

Der Mercedes sei nicht das schnellste Auto, aber ein vernünftiges. Ob es am Sonntag gegen McLaren reicht, weiß Brawn noch nicht. "Wir haben die McLaren-Rennpace noch nicht gesehen, weil sie gestern ein anderes Auto hatten", erinnert er an die Umbaumaßnahmen. Mercedes war mit seiner Rennpace zufrieden. "Nico steht auch auf der besseren Seite. Wenn wir am Start vorbeikommen, können wir für das Rennen optimistisch sein."

Überholmanöver auf der Strecke hält Brawn für schwierig. "Wenn es keine Fehler bei Boxenstopps gibt, wird es schwierig." Red Bull scheint ohnehin außer Reichweite zu sein. "Aber wenn sie sich um die Frontflügel streiten, vielleicht nicht..."