Glaubst du, du hast im Qualifying wirklich das Allerletzte aus dem Auto herausgeholt?
Fernando Alonso: Im Qualifying sagt man nachher immer, da wäre vielleicht noch ein bisschen mehr gegangen... Das was uns auf Red Bull fehlt, kann man in einer Kurve gewinnen oder verlieren. Mit einer absolut perfekten Runde wäre es vielleicht möglich gewesen, aber die wirklich perfekte Runde gibt es praktisch nicht. Aber wir waren hier immer unter den drei, vier Schnellsten, konstant mit an der Spitze, das ist besser, als wir vorher erwartet haben, deswegen bin ich sehr zufrieden.

Warum habt ihr im Q3 nur einen Versuch gemacht?
Fernando Alonso: Wir hatten weder Material noch die Zeit, um zweimal zu fahren. Wir hatten nur noch einen Satz weiche Reifen, und wussten, dass die beste Zeit erst in der vierten, fünften Runde kommt. Wir haben auch mal überlegt, harte zu fahren - das Team hat dann aber doch für die weichen entschieden. Es wird interessant, erstmals in diesem Jahr vorne unterschiedliche Strategien zu sehen. Wir stoppen früh, die Red Bull wohl ganz spät... Aber es kann so viel passieren, was den einen oder anderen einbremst. Das ist doch interessant - wenn alle gleich fahren und innerhalb von zwei oder drei Runden stoppen, sind die Positionen doch festzementiert.

Ist für dich hier ein Sieg möglich?
Fernando Alonso: Ein Sieg ist natürlich immer unser Ziel, aber es ist schwer vorauszusagen, ob das klappen kann. Ein Podium ist auf jeden Fall möglich, wenn man unter den ersten vier, fünf steht. Bremsen, Getriebe, hier ist alles am Limit, die Mauern sehr nah, man muss sehr konzentriert bleiben. Schon ohne Probleme auf der Strecke zu bleiben, ein konzentriertes, fehlerfreies Rennen zu fahren, könnte von da vorne aus dafür reichen. Monaco, Singapur, hier - das sind alles solche Rennen, auf die das zutrifft. Für einen Sieg gehört noch ein bisschen mehr dazu, da braucht man zum Beispiel auch noch einen Superstart, dann eine perfekte Strategie.

Was versprecht ihr euch von den weichen Reifen?
Fernando Alonso: Unser Auto geht sehr sanft mit Reifen um, mal sehen ob uns das morgen entgegen kommt... Erstes Ziel ist es, mit einem Stopp durchzukommen. Aber wir haben ja eh einen vollen Tank, sind flexibel. Wenn wir nach 40 Runden merken, dass die Reifen abbauen, können wir dann immer noch sehen, ob wir vielleicht im Vergleich zur Konkurrenz mit einem zweiten Stopp besser aussehen. Es kann passieren, dass man hier während des Rennens mit Blick auf die anderen die Strategie anpasst...