"Was passiert ist, ist passiert." Sebastian Vettel entkam in Kanada nicht den Fragen nach dem Zwischenfall in Istanbul. Auch mit zwei Wochen Abstand würde er sich nicht anders verhalten als damals. "Ich hatte damals keine Zeit nachzudenken. Ich war sehr knapp an Webber dran und das bei 300km/h. Wenn man meine Onboard-Kamera anschaut, dann sieht man kein aggressives Verhalten meinerseits", erzählte Vettel.

"Man kann sich die Sache aus verschiedenen Blickwinkeln ansehen, aber man kann es nicht ändern. Es war schlimm für uns alle, auch für das Team, denn wir haben wichtige Punkte verschenkt", fuhr er fort. Die meisten Geschichten, die in der Folge in den Medien standen, seien allerdings erfunden gewesen. "Es soll weniger oder mehr Motorleistung gegeben haben, aber das stimmt alles nicht", betonte Vettel. Nach dem Rennen gab es bei Red Bull eine Aussprache zwischen den Fahrern und den Team-Verantwortlichen.

"In der Formel 1 geht es nicht um gestern. Man muss wissen, was schief gelaufen ist und deshalb haben wir uns zusammengesetzt. Ich habe mich mit Mark [Webber] ausgesprochen und so etwas sollte kein zweites Mal passieren. Wenn doch, dann wäre das echt dämlich, aber ich gehe nicht davon aus", sagte der Deutsche. Wichtig sei es jetzt, nach vorne zu blicken und sich auf das Rennen in Montreal zu konzentrieren.

Hartes Wochenende

"Es wird ein hartes Wochenende für uns werden, aber wir haben gezeigt, dass unser Auto auf allen Kursen funktioniert - unabhängig von der Charakteristik. Das Wetter ist momentan nicht so gut, aber am Samstag soll es besser werden, Sonntag soll es dann wieder regnen, aber mal abwarten", meinte der Red Bull-Pilot. In der Fahrerwertung liegt Vettel nach sieben Rennen mit 78 Punkten auf Rang fünf.

"Ich hatte keinen reibungslosen Saisonstart. Es gingen sehr viele Teile an meinem Auto kaputt, aber so ist das Leben", sagte Vettel. Trotz der Probleme sei er aber noch immer in einer guten Ausgangslage für den Titel. "Ich kümmere mich nicht so sehr um die Ausfälle, sondern schaue nach vorne. Ich glaube an mich und das Team. Wir sind in der WM zwar nicht da, wo wir sein wollen, aber der Abstand ist nicht groß. Es liegen noch viele Rennen vor uns", erzählte der Deutsche. Vettel ist überzeugt, dass der WM-Kampf noch hart wird und hat dabei immer noch Ferrari und Mercedes GP auf der Liste.

"Die Dinge können sich schnell wieder ändern. Mercedes und Ferrari sind immer noch dran und auch Renault ist nicht weit weg. Der Punkteabstand ist zwar groß, aber man muss bedenken, dass man dieses Jahr mehr Punkte holen kann aufgrund des neuen Systems", so Vettel. "Wir müssen weiterhin pushen und versuchen immer neue Teile zu haben, denn sonst findet man sich schnell hinten wieder."