Kurioses Qualifying am Sonntagmorgen beim DTM-Saisonauftakt auf dem Red Bull Ring: Kelvin van der Linde (Schubert-BMW) hat sich die Pole Position für das zweite Rennen des Wochenendes (heute ab 13:30 Uhr bei uns im Liveticker und im TV auf ProSieben) gesichert. Der DTM-Rückkehrer legte mit seiner ersten schnellen Runde (1:27.575) ordentlich vor und hielt sich bis zum Ende der knackigen Zeitenjagd an der Spitze.
Van der Linde hat nun die Gelegenheit, sich für das Samstagsrennen zu revanchieren: Der Südafrikaner war auf dem Weg in die Top-5 kurz vor dem Rennende wegen eines technischen Problems ausgefallen. Der Schubert-Crew stand eine lange Nacht bevor, um den Motor an van der Lindes BMW M4 GT3 Evo zu tauschen.
Kelvin van der Linde holt erste DTM-Pole im BMW
Van der Linde errang seine zehnte Pole Position in der DTM und die erste in Diensten von BMW. "Ich bin sehr erleichtert", sagte er. "Die Stimmung nach dem Rennen in der Box war nicht so schön, auch nicht bei mir. Ich habe mir gedacht, dass ich viele Punkte liegen gelassen habe, das brauche ich eigentlich so früh nicht. Aber so zurückzuschlagen, habe ich nicht erwartet."
Bei van der Linde reichte schon der erste Versuch, um die Spitze zu erobern. Alle Fahrer gingen erst viereinhalb Minuten vor dem Ende des 20-minütigen Qualifyings auf Zeitenjagd, nachdem sie wie üblich ihre Reifen in der Boxengasse mittels 'Heat-Soak' ins Arbeitsfenster gebracht hatte. Dass niemand an die BMW-Zeit herankam, sorgte für eine Überraschung.
Qualifying-Sensation: DTM-Rookie in Startreihe 1
Für die Story des Qualifyings sorgte aber Finn Wiebelhaus: Der DTM-Rookie bugsierte seinen Ford Mustang GT3 Evo von HRT sensationell auf den zweiten Startplatz! "Gestern waren wir 13. im Qualifying, da ging nicht mehr mit dem Paket", sagte der amtierende Champion des ADAC GT Masters. "Heute lief es wesentlich besser." Wiebelhaus fehlten auf seiner schnellsten Runde nur 0,085 Sekunden zu Pole-Setter van der Linde.
Der junge Wiebelhaus behielt die Nerven im höchst anspruchsvollen Qualifying - HRT-Teamkollege Arjun Maini fuhr nur auf P15 - profitierte wie van der Linde aber wohl auch von einer BoP-Änderung über Nacht. Der neue Ford Mustang GT3 Evo durfte mit einem zwei Millimeter größeren Restriktor fahren, während der BMW zehn Kilogramm Gewicht ausladen durfte und ein wenig mehr Ladedruck (bis zu 0,04 bar) erhielt. Auch Aston Martin, Ferrari und der Lamborghini erhielten Zugeständnisse.
Mercedes-AMG geschlossen vorne - Preining weit hinten
Während der BMW und der Ford Mustang angesichts der bisherigen Ergebnisse als Überraschung in der ersten Reihe betrachtet werden dürfen, herrschte dahinter Konstanz: drei Mercedes-AMG GT3 auf den Startplätzen drei, vier und fünf. Lucas Auer setzte sich im AMG-internen Kampf vor Jules Gounon und Samstags-Polesetter Maro Engel durch.
Der Lokalmatador Auer und Engel standen am Samstag beim Sieg von Thomas Preining bereits auf dem Podium. Für den Vortagessieger und seinen Manthey-Porsche wird es heute deutlich schwieriger, diesen Erfolg zu wiederholen: Preining kam im Qualifying nicht über den 14. Platz hinaus! Bestplatzierter Porsche-Fahrer war DTM-Neueinsteiger Bastian Buus auf dem sechsten Rang. Damit hatte das neue Porsche-Team Land-Motorsport die Nase vor Manthey, wo auch Ricardo Feller mit P16 eine Klatsche kassierte.
Auf den Startplätzen sieben bis zehn hinter Land-Fahrer Buus: Nicki Thiim (Comtoyou-Aston-Martin), Ben Dörr (Dörr-McLaren, gestern Startplatz zwei und früher Ausfall), Marco Wittmann im zweiten Schubert-BMW und Tom Kalender (Landgraf-Mercedes).
Lamborghini weiter völlig abgeschlagen
Am Ende der Startaufstellung reihen sich geschlossen die vier Lamborghini Temerario GT3 von GRT und Abt Sportsline ein - trotz erlaubter Ladedruck-Erhöhung um bis zu 0,06 bar. Ex-DTM-Champion Mirko Bortolotti fuhr mit acht Zehntelsekunden Rückstand zu P18, während Luca Engstler, Max Paul und Marco Mapelli allesamt über 1,2 Sekunden hinterherfuhren.
Den gescholtenen Lambo-Fahrern wurden zwar einige Rundenzeiten wegen überschrittener Track Limits gestrichen, aber faktisch ist der neue Temerario GT3 zum Saisonstart noch nicht konkurrenzfähig. Abt-Teamchef Thomas Biermaier fand dazu am Samstag deutliche Worte, wie ihr in diesem Artikel lesen könnt:



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