Die neuen Slickreifen von Pirelli sind das große Gesprächsthema vor dem Start in die DTM-Saison 2026 auf dem Red Bull Ring (24.-26. April). Bei den offiziellen Testfahrten am heutigen Dienstag auf dem österreichischen Kurs nutzen die Teams und Fahrer eine der wenigen Gelegenheiten, um sich mit der Mischung vertraut zu machen, die ausschließlich in der DTM zum Einsatz kommt.
"Mit den neuen Reifen wird die größte Challenge, sie so schnell wie möglich zu verstehen", meinte der amtierende DTM-Vizemeister Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) während einer Pressekonferenz am Mittag. Sein österreichischer Landsmann Thomas Preining (Manthey-Porsche) sagte: "Der Reifen ist neu für alle. Wir haben ein großes Testprogramm und viel vor. Bisher sind wir recht zufrieden. Alles läuft nach Plan."
DTM-Test: Finn Wiebelhaus fleißig - Problem bei Kelvin van der Linde
Der Red Bull Ring, auf dem am Monatsende erstmals in der DTM-Geschichte der Saisonauftakt ausgetragen wird, präsentierte sich am Dienstagvormittag bei zwar kühlen, aber trockenen Bedingungen. In der dreieinhalbstündigen Test-Session am Vormittag spulten die meisten Fahrer je gut 50 Runden ab. Das größte Pensum legte Rookie Finn Wiebelhaus mit 64 Umläufen in seinem Ford Mustang GT3 Evo von HRT zurück.
Ein Problem gab es nur bei DTM-Rückkehrer Kelvin van der Linde: Sein Schubert-BMW M4 GT3 Evo quittierte nach drei Runden den Dienst. "Wir wissen noch nicht, was los war", sagte der Deutsch-Südafrikaner, der am Nachmittag wieder ins Geschehen eingreifen konnte. "Das Auto stand lange in der Box. Deshalb war viel Kaffee trinken angesagt."
Wie groß ist der Einfluss der neuen Pirelli-Reifen?
Offen bleibt, wie groß der Einfluss der Reifen auf das sportliche Geschehen während der Saison sein wird und wie er zu den unterschiedlichen Fahrzeugkonzepten passt. Bekannt ist inzwischen nur, dass das sportliche Format aus dem Vorjahr erhalten bleibt: ein Pflicht-Boxenstopp im Rennen am Samstag, zwei vorgeschriebene Reifenwechsel am Sonntag. Die Regel wurde 2025 eingeführt und fand allgemein großen Anklang.
"Wir werden an jedem Rennwochenende dazulernen", sagte Matteo Braga, Circuit Activities Manager von Pirelli. "Ein paar Charakteristiken können sich auf die Rennen auswirken: ein schnelleres Warm-up und ein bisschen mehr Verschleiß, abhängig von Strecke und Fahrzeug."
Pirelli führte während des Winters zusammen mit den Herstellern mehrere Reifentests durch und setzte dabei unterschiedliche Spezifikationen ein. Die meisten Infos habe Pirelli laut Braga beim letzten Test Ende März im italienischen Vallelunga gesammelt, wo erstmals die finale Variante gefahren wurde. Braga: "Die Entwicklung lief komplett im Winter. Das ist repräsentativ für ein paar Rennen, aber nicht für alle."
Heißt: Wie sich die DTM-Reifen bei potenziell heißen Wochenenden wie auf dem Norisring verhalten werden, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht klar. "Wir versuchen mit dem Produkt alle Marken und die verschiedenen Plattformen im gleichen Performance-Fenster zu halten und nicht die Balance zu beeinflussen, die in den vergangenen drei Jahren erfolgreich war", fügte der erfahrene Pirelli-Manager an.

ADAC-Boss Voss: Neue DTM-Reifen auch Zeichen an Politik
ADAC-Motorsportchef Thomas Voss war zuversichtlich, dass Pirelli auch bei der neuen Exklusiv-Mischung gute Arbeit geleistet hat - obwohl die vergangenen Testfahrten nicht frei von Problemen waren. Zwischenzeitlich beschwerten sich mehrere Teamvertreter über ein viel zu starkes Graining der Pneus.
Voss: "Die Teams haben schon vor längerer Zeit einen spezifischen DTM-Reifen gefordert. Bei der Ausschreibung lag der Fokus auf Speed, Qualität und Nachhaltigkeit. Dieser neue Reifen passt zu allen drei Umfängen. Die DTM ist eine spezielle GT-Serie mit dem 1-Auto-1-Fahrer-Prinzip und Reifenwechseln, die es sonst in keiner GT-Serie auf der Welt gibt. Deshalb braucht man andere Produkte. Pirelli passt gut zu allen Themen unserer Ausschreibung."
Dass Pirelli die DTM-Reifen in seinem deutschen Werk im hessischen Breuberg produziert, kam bei den Verantwortlichen des ADAC ebenfalls gut an. Stichwort: Nachhaltigkeit. Voss: "Das bringt viele Vorteile bei der Entwicklung und der Kommunikation. Es könnte auch ein Zeichen sein für die Politik und all die Gerüchte, dass man in Deutschland nichts mehr produzieren könne, weil alles zu teuer ist. Pirelli als globale Marke hat gezeigt, dass es möglich ist, hohe Qualität zu einem akzeptablen Preis in Deutschland anzubieten."
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