Der Ford Mustang GT3 kommt bei seinem Debüt in der DTM so langsam ins Galoppieren. Dem neuen Ford-Werksteam HRT gelang zuletzt auf dem Norisring der erste nennenswerte Erfolg: Arjun Maini überraschte im Sonntags-Qualifying mit dem dritten Startplatz und führte das Muscle Car im Rennen als Fünfter über die Ziellinie - das bisher beste Ergebnis für den Mustang in der deutschen Traditionsserie.
An diesem Wochenende wartet auf den früheren Mercedes-Rennstall HRT aus Drees das große Heimrennen auf dem Nürburgring. Die Eifelstrecke erwies sich für das Team bereits als gutes Pflaster: Im ADAC GT Masters, wo die Truppe um Besitzer Hubert Haupt drei Mustang GT3 einsetzt, gelang gar ein Doppelsieg durch die Fahrerduos Salman Owega/Finn Wiebelhaus und Max Reis sowie Ersatzmann David Schumacher.
DTM-Heimrennen am Nürburgring: Maini tritt auf die Bremse
Trotz des ersten Mustang-Sieges auf europäischem Boden bremst DTM-Pilot Maini die Erwartungen: "Es ist positiv, das Auto stark zu sehen. Die DTM ist aber ein ganz anderes Spiel, wir dürfen nicht zu viel erwarten. Es wäre toll, wenn wir im Moment um Top-10-Platzierungen kämpfen könnten. Das wäre ein solides Ergebnis für uns."
Ein Ford-Sieg auch in der DTM käme tatsächlich einer Sensation gleich - die Konkurrenz ist bekanntermaßen bombenstark und das HRT-Team muss sich auf diesem Level noch an den Umgang mit dem GT3-Mustang gewöhnen. Die Norisring-Resultate seien laut Maini eine positive Überraschung gewesen: "Der Mustang verbessert sich deutlich und auch HRT kommt immer besser zurecht. Wir lernen viel schneller als erwartet."
Gleichzeitig gibt es einigen Bereichen laut dem Inder noch Luft nach oben: auf der Bremse, bei Fahrten über Kerbs sowie ein Untersteuern in langsamen Kurven, das sich jedoch bereits gebessert habe. "Und wir müssen in den Rennen konstanter werden", ergänzt Maini. "Am Anfang sind wir gut, aber dann fallen die Reifentemperaturen recht schnell. Wir müssen die Reifen länger im Fenster halten und uns bei der Renn-Pace verbessern. Das ist aber leichter gesagt als getan."
Pleiten, Pech und Pennen bei Fabio Scherer
Während Maini auf dem Norisring zweimal in die Top-8 fuhr und in der Saison immerhin 31 Punkte (P14 in der DTM-Tabelle) gesammelt hat, tut sich Teamkollege und DTM-Rückkehrer Fabio Scherer meist schwer. Der Schweizer hat erst fünf Zähler und einen elften Platz in Zandvoort (Samstags-Rennen) als bestes Ergebnis auf der Habenseite.
Scherer erreichte zuletzt dreimal in Folge nicht die Ziellinie. Das Samstagsrennen auf dem Norisring musste er auslassen, weil nach einem Mauerkuss im Qualifying die zerstörte Hinterradaufhängung nicht schnell genug repariert werden konnte. Am Sonntag war nach 19 Runden Feierabend, als sein Ford Mustang GT3 plötzlich ein Rad auf der Strecke verlor. Zuvor beim Sonntags-Rennen in Zandvoort kam er während der Einführungsrunde nicht vom Fleck und musste vorzeitig aufgeben.
HRT-Teamchef Uli Fritz stärkt dem 26-Jährigen den Rücken: "Seine Rennpace ist sehr gut und das Zusammenspiel mit dem Team verbessert sich auch ständig. Wenn Fabio ein Rennen ohne Zwischenfälle erwischt, wird er auch um die Top-10-Platzierungen fahren. Ich habe großes Vertrauen in unsere Fahrer und bin sehr optimistisch für die zweite Saisonhälfte."



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